Rodewisch schubst Göltzschtalstadt an

Die Idee von einer Göltzschtalstadt geht bis in die 1930er Jahre zurück. Aufgegriffen wurde die Idee der Fusion von Auerbach, Rodewisch, Falkenstein und Ellfeld in den 1990ern, den 2000ern und immer mal wieder. Daraus geworden ist bis heute nichts. Nun gibt es einen neuen Vorstoß aus Rodewisch.

Rodewisch Parallel und unabhängig voneinander liefen zwei Projekte, die im Ergebnis ein Ja für die Göltzschtalstadt brachte. Zum einen startete der Mittelzentrale Städteverbund eine - allerdings nicht repräsentative - Online-Umfrage, an der sich 450 Menschen aus dem Göltzschtal beteiligten. Zum anderen nahm die Stadt Rodewisch mit zwölf Bürgern der Stadt an einem virtuellen Zukunftsworkshop teil, der dazu aufforderte, eine Reise ins Jahr 2040 zu machen.

Kein Weg führe an der Göltzschtalstadt vorbei, war sich die Gruppe einig. Statt gegenseitig konkurrieren zu wollen, gilt es, dass sich die rund 35.000 Menschen aus Falkenstein, Ellefeld, Auerbach und Rodewisch vernetzen, um Gemeinsames zu bündeln, von Land und Bund mehr Schlüsselzuweisungen zu bekommen und damit wiederum kräftig in die Infrastruktur investieren zu können. Ziel sei eine Fusion, formuliert es Bürgermeisterin Kerstin Schöniger klar.
"Zusammenrücken" wurde das Schlagwort der Zukunftsgruppe. Jegliche Zukunftsmusik mache wenig Sinn, wenn sie nicht von vier Kommunen gemeinsam erklingt. Mit dieser Meinung steht die ausgewählte Personengruppe übrigens nicht alleine, wie die vom Mittelzentralen Städteverbund gestartete "Große Göltzschtalumfrage" im Ergebnis zeigt. Die Frage "Halten Sie eine verstärkte Zusammenarbeit der vier Göltzschtalkommunen für sinnvoll? beantworteten 88,4 Prozent der Teilnehmer mit Ja, nur 11,5 Prozent mit Nein.

Die meisten Teilnehmer (70 Prozent) wohnen schon immer in einer der vier Städte, sind als Angestellte tätig (65 Prozent), zufrieden im Beruf (56 Prozent), pendeln nicht wegen der Arbeit (73), engagieren sich ehrenamtlich (53 Prozent), sind zufrieden damit, wie sie wohnen (95 Prozent), empfinden das Einkaufsangebot im Göltzschtal (57 Prozent) und das Göltzschtal als Wirtschaftsstandort (73 Prozent) für gut, sie nutzen auch das Freizeitangebot in angrenzenden Städten (73 Prozent) und können sich nicht vorstellen, das Göltzschtal dauerhaft zu verlassen (80 Prozent).

13 Prozent beurteilen das Einkaufsangebot im Göltzschtal als schlecht und 16 Prozent die Region als Wirtschaftsstandort negativ. Natur, Heimat, Familie und Freunde sowie Wohneigentum sind die stärksten Gründe fürs "Hierbleiben". Die vier Städte sollten am engsten in Sachen Wirtschaft, Kultur, Freizeit und Tourismus zusammenarbeiten. Ein immer wieder genanntes gemeinsames Projekt ist der Bau eines Hallenbades. Fast 40 Prozent wünschen sich bessere Freizeitangebote für Familien, gut 35 Prozent wollen, dass für Jugendliche mehr los ist und je 12 Prozent für Alleinstehende und Ältere. cze