Rodewisch lässt Ballon steigen

"Premiere!" In Rodewisch ging am Samstag die erste "Kino-Kirmes" über die Bühne.

Von Hagen Hartwig

Rodewisch Der neu gestaltete Postplatz verwandelte sich dazu in ein Open-Air-Lichtspieltheater. Zwei Filme und ein wegen der Corona-Hygiene "sparsames" Rahmenprogramm lockten die Besucher an. Mit Spiel und Spaß, Live-Musik und Gastronomie trafen die Organisatoren ins Schwarze. "Rodewisch gibt traditionell den Kirmes-Auftakt im Vogtland. Auch wenn uns diesmal der Virus strenge Regeln auferlegte, es wurde ein schönes Fest. Klein, aber fein", so das Fazit von Bürgermeisterin Kerstin Schöniger. Organisiert wurde die Rodewischer "Kino-Kirmes" von Matthias Ditscherlein, der in der Stadt bereits das legendäre Inselkino wiederbelebte. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr kümmerten sich um das gastronomische Wohl der Kirmes-Gäste. Die "Alte Buswarte" gewährte einen ersten Einblick in ihr neues Betreiberkonzept, welches sich ab Anfang August dem Tierschutz und der Kultur widmen wird. Am Nachmittag der "Kino-Kirmes" lockte die Wende-Wundergeschichte "Fritzi" hauptsächlich die Kinder vor die große LED-Leinwand am Postplatz. Die war auf dem im Vogtland bekannten Show-Truck der Wernesgrüner Brauerei installiert, der gleichzeitig als Bühne diente. Auf dieser spielte dann die Band "Naked Feet", die damit ihren ersten Auftritt nach dem Corona-Lockdown absolvierte. "Endlich wieder ein Konzert vor Publikum. Das wurde auch Zeit", freuten sich die jungen Rodewischer Musiker. Echtes Kino-Feeling entstand dann am Abend. Auf einer großen Leinwand wurde der spektakuläre "Ballon"-Blockbuster präsentiert. Regisseur Michael Bully Herbig schildert in diesem Film die Geschichte einer spektakulären Flucht aus der DDR. Kurz vor Beginn der Filmvorführung gelang Matthias Ditscherlein, den Weltenbummler Mario Goldstein aus Plauen einzuladen. Authentisch berichtete dieser seine Erlebnisse von damals. "Ich habe mehrfach versucht, aus der DDR zu fliehen und landete deswegen sogar im Gefängnis. Letztendlich brachte mir die Wende dann den lang ersehnten Weg in die Freiheit", so Mario Goldstein, der heute als Abenteurer die Welt erkundet. Aktueller Anlass war Goldsteins Wanderung entlang des ehemaligen Grenzstreifens, des heutigen "Grünen Bandes". Ditscherlein, selbstständiger Filmemacher hielt Goldsteins Wanderung, die vom BUND unterstützt wurde, im Film fest. Eine bessere Einführung in den "Ballon"-Film hätte es nicht geben können.