Rodewisch: Einblick in Maßregelvollzug

Panzerglas, hohe Mauer, Sicherheitstunnel: Zehn Rodewischer Stadträte bekamen am Montag Einblick in den Maßregelvollzug im Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Rodewisch. Nachdem zu Jahresanfang ein Straftäter beim Freigang entkam und eine Pflegerin vergewaltigte, sahen die Stadträte Rede- und Info-Bedarf.

Nach dem Vorfall gibt es nur noch Ausgang bis 16 Uhr, begrenzt auf maximal eine Stunde. Sollte ein Patient fliehen, werde sofort Rodewischs Bürgermeisterin informiert - bei Tag auch die beiden Kitas, die sich auf Klinikgelände befinden, versichert Chefärztin Sylvia Beierlein. Sie führte am Montag die Gäste durch die Forensik - unter anderen auch durch den Tunnel, der den Maßregelvollzug mit der Turnhalle verbindet.

74 Patienten werden auf mehreren Stationen derzeit therapiert - ab Herbst soll eine "Offene Station" für fünf Männer, denen die Entlassung bevorsteht, öffnen. "Die Patienten müssen lernen, im Alltag zurecht zu kommen", so Pflegebereichsleiter Ingo Gaworek. Viele Straftäter kommen aus zerrütteten Verhältnissen, haben geringe Schulbildung, meist keinen Beruf. va