Rock am Weltwunder aus Stein

"Rock Classics an der Göltzschtalbrücke": Zu Pfingsten ging das musikalische Spektakel zum dritten Mal an der Göltzschtalbrücke über die Bühne - vor 5000 Besuchern.

Von Hagen Hartwig

Netzschkau -   "Wir haben ein tolles Event mit Künstlern der Spitzenklasse genießen können. Diesmal sogar bei besten Wetter", so das Fazit von Generalmusikdirektor Stefan Fraas, der nicht nur dirigierte sondern gemeinsam mit Sängerin Jasmin Graf charmant moderierte. 
Der Ansturm der Besucher war gewaltig. Fast fünftausend Menschen strömten zum Veranstaltungsgelände. Schon am frühen Abend herrschte in Netzschkau der verkehrstechnische Ausnahmezustand. Alle Querstraßen, Plätze und selbst der Fußweg an der Bundesstraße waren zugeparkt. Es schien, als ob jeder Besucher mit seinem Pkw so dich wie möglich an die Göltzschtalbrücke kommen wollte. So mancher riskierte dabei ein Knöllchen. 
Schnell füllte sich der Platz vor der großen Bühne. Einige Classic-Rock-Stammgäste wunderten sich aber über die "Zwei-Stühle-Gesellschaft" im Publikum. Die offiziellen Sitzplätze gingen bereits im Vorverkauf weg wie die berühmten Semmeln. "Aus den Erfahrungen vergangenen Veranstaltungen und auf Wunsch des Publikums haben wir wieder einen Block mit Sitzplätzen eingerichtet. Da diese etwas teurer waren als die Stehplätze, mussten wir logischerweise auch alles durch einen Zaun abtrennen", erklärte dazu die Zwickauer Veranstaltungsagentur Krauß-Event. Zahlreiche Stehplatz-Zuhörer waren jedoch clever und brachten sich daher ihre eigenen Klappstühle mit. Der Veranstalter drückte dafür ein Auge zu.
Punkt 20 Uhr fiel dann der Startschuss. Vogtlands Philharmonie-Chef Stefan Fraas hob den Taktstock und stieg ins fast dreistündige Programm ein. 
Die musikalische Mixtur wurde neben dem Orchester durch die René-Möckel-Band, das Gesangstrio "Voc A Bella", Pink-Double Vanessa Henning, dem mexikanischen Tenor Victor Campos Leal und dem "The Voice Senior" Dan Lucas präsentiert. Viel Beifall bekamen auch die Publikumslieblinge Jasmin Graf und Franco Leon. Optisch verfeinert wurde das Ganze von vier Tänzerinnen, den "love4dance"-Frauen aus Zwickau. Klasse!
Viel Respekt verdienen die Techniker, Gastronomen, Sicherheitskräfte und Helfer von Rock Classics. Hervorragend waren der Sound und die visuelle Umsetzung des Konzertes. "Das große Orchester, die gewaltige Bühne und die akustischen Verhältnissen hier an der Brücke stellen höchste Anforderungen an unsere Tontechniker. Die Jungs verdienen meinen Respekt", betonte Stefan Fraas, der vor allem aber das Ambiente lobte: "Welt-Klasse-Musik am Weltwunder, der großen Ziegelsteinbrücke. Das hat was!"