Robin im Meer der Gefühle

Zwickau - "1st of May" sangen die Bee Gees vor vier Jahrzehnten und viele Fans im Osten Deutschlands hätten statt verordneter Demonstrationen am 1. Mai lieber ein Konzert mit den Gebrüdern Gibb und einem herausragenden Robin an der Spitze erlebt.

 

Nun erfüllte sich auf den Tag genau nach 40 Jahren in Zwickau dieser langgehegte Wunsch. Vor 4000 Zuschauern startete Robin Gibb am Freitag in der Stadthalle Zwickau seine Deutschland-Tournee.

Genau um 20 Uhr 52 Minuten betrat der Weltstar mit der außergewöhnlichen Falsettstimme vor ausverkauftem Haus die riesige Stadthallenbühne, sang "Emotion" und ein Meer der Gefühle erreichte die jungen wie jung gebliebenen Fans, die "An Evening of Bee Gees Greatest Hits" erlebten, der den Mythos einer der herausragendsten Bands der Pop-Historie wieder aufleben ließ.

 

 "I?ve just gotta get a message to you" aus dem Jahre 1968 folgte und gleich danach mit "Saved by the bell" aus dem Jahr darauf das erste von mehreren Robin Gibb-Soloprojekten. "Massachusetts", "To love somebody" und "Words" stehen für die große Bee Gees-Ära der 60er Jahre als Robin, Maurice und Barry Gibb zusammen mit zwei weiteren Musikern mit einfühlsamen Pop-Balladen die Charts-Dominanz genialer Beatles- und Rolling Stones-Titel durchbrachen. Auch der Grubenunglück-Song "New York Mining Desaster 1941", der hohe Hitparadennotierungen verzeichnete, berührte die aus nah und fern angereisten Zuschauer.

 

Nur in Polen konnten damals die Ostdeutschen John Travolta im Kino beim 77er Kultstreifen "Saturday Night Fever" bewundern und auch aus diesem Leinwandknüller sang Robin Gibb berühmte Bee Gees-Melodien vom unvergessenen "Nightfever" bis zum ebenso allgegenwärtigen "Staying Alive" in der zweiten Zugabe. Unterstützt von einer mit Gitarre, Bass, Piano und Schlagzeug spielenden Band und einer vierköpfigen Backgroundvocalformation lässt der Sänger die "Nights on Broadway" leuchten und bringt sogleich seine "Juliet" aus den 80er Jahren, bevor er mit "Woman in love" an den Welthit erinnert, den er einst für Barbra Streisand schrieb.

Auch wenn das eingangs erwähnte Lied vom 1. Mai fehlte, vor allem aber "World" vermisst wurde, die Fans feierten enthusiastisch "ihren" Robin Gibb, der nach dem 20. Titel "You should be dancing" noch drei Dakapos gab, bevor die 79er "Tragödie", die den Bee Gees wiederum einen Welterfolg einbrachte, den krönenden Schlusspunkt setzte. Jürgen Preuß