Ritterleben auf dem Netzschkauer Schlossplatz

Insgesamt 80 Mittelalter-Freunde wollen hier dem Fortschritt entsagen und das Leben der Menschen zwischen dem 10. und dem 15. Jahrhundert möglichst realistisch nachgestalten. Das bedeutet beispielsweise Aufenthalt im Freien und in Zelten, Essenszubereitung über dem offenen Feuer, kein Strom, Getränke nicht aus Flaschen.

Zwar handelt es sich bei dem Trosslager, wie die Ritter ihr Treffen nennen, nicht um eine öffentliche Veranstaltung, aber interessierte Gäste sind bei allen Aktivitäten und Veranstaltungen trotzdem gerne gesehen. "Wir veranstalten hier keinen Mittelalter-Markt", erklärt Rico Ehlert, einer der ehrbaren Ritter, ganz entschieden. Deswegen werde auch kein Eintritt verlangt und kein Handel betrieben.

Das Mittelalter übt auf die Menschen von heute einen gewissen Reiz aus. Das merken die Ritter immer wieder, wenn sie mit Leuten ins Gespräch kommen. Auch Kinderherzen schlagen höher, wenn sie Geschichten aus alter Zeit hören oder mit eigenen Augen sehen, wie vor Jahrhunderten gekämpft, gegessen und gearbeitet wurde.

Deswegen haben die Ritter die Netzschkauer Grundschüler für Donnerstag und Freitag auf den Schlossplatz eingeladen. Bei zwei Projekttagen sollen sie viel Wissenswertes über die Ernährung im Mittelalter erfahren und auch altes Handwerk kennen lernen. Dabei geht es vor allem um das Herstellen von Kleidung und Rüstung. Daneben wird es eine Fechtvorführung nach deutscher Schule geben.

Am Donnerstagabend spielt eine Mittelalter-Musikgruppe auf. Ein Feuerreiter wird mit einer faszinierenden Feuerschau mit Pferden zu sehen sein. Bogenschützen zeigen ihr Können. Und die Ritter legen natürlich ihre eiserne Rüstung an.