Riesenschaden bei Großfeuer

Bäckermeister Hardy Baumann wollte am Montag gerade sein Dach reparieren, als 17 Uhr die Sirene ging: Mit dem Fahrrad eilte der 29-jährige Gruppenführer zum Reuther Feuerwehrdepot - fünf Minuten später raste der Einsatzwagen los, wenn auch nur mit vier Mann Besatzung. "Die anderen acht kamen später zum Einsatzort." Zeitgleich mit den Kemnitzer Kameraden erreichten die Reuther Feuerwehrleute die Ringstraße in Dehles:

In der Milchwirtschaft brannte ein Komplex mit Kuhstall, Futterhaus und Werkstatt: Die Polizei spricht von 380 000 Euro Schaden. Wie viele Tiere getötet wurden, ist noch nicht bekannt. Die Kripo ermittelt, ein Statiker untersuchte die Standfestigkeit der Brandgebäude, ein Hubschrauber fotografierte aus der Luft.

Laut Polizei war das Feuer aus ungeklärter Ursache im Bereich eines Futterbandes der Stallung ausgebrochen: "Bei Eintreffen der Feuerwehr stand ein großer Teil des Gebäudes in Flammen. Mit Hilfe der Freiwilligen Feuerwehren wurden etwa 200 Kälber in Sicherheit gebracht. Für einige Tiere kam jedoch die Hilfe zu spät", teilt die Polizei mit.

71 Feuerwehrleute von der Berufsfeuerwehr Plauen und sieben Freiwilligen Feuerwehren kämpften gegen die Flammen. Die Feuerwehren verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude. "Durch umsichtiges Löschen und intensives Kühlen wurden Explosionen verhindert in der Werkstatt, wo sich Gasflaschen mit Sauerstoff und Azetylen befanden", berichtet der Reuther Gruppenführer Hardy Baumann auf Anfrage unserer Zeitung. Um undichte Behältnisse mit gefährlichen Stoffen hätten sich die Kameraden der Pausaer Wehr gekümmert, die dafür ausgerüstet und ausgebildet seien.

Eine kritische Situation sei eingetreten, als am Melkkarussell nach Baumanns Angaben rund 30 Kühe eingeschlossen wurden, weil der Strom ausgefallen war. "Der Brand war zwar schnell gelöscht, aber es hat gedauert, ehe die Stromversorgung wieder ,stand?. Nach anderthalb Stunden waren die Kühe in Sicherheit."

Christian Sammer, Vorstandsvorsitzer der Milchwirtschaft Dehles, wollte sich gestern noch nicht gegenüber der Zeitung äußern. Reuths Bürgermeister Ulrich Lupart geht davon aus, dass die Milchkühe vorerst in anderen Landwirtschaftsbetrieben untergekommen sind. Lupart besah sich gestern den Brandschaden: "Ein trauriger Anblick", sagte er. "Das ist hart für die kleine Milchviehwirtschaft Dehles. Ich hoffe, die Versicherung zahlt schnell." Auf jeden Fall wolle sich Lupart etwas einfallen lassen, eine Aktion, um dem geschädigten Betrieb zu helfen.

Wegen seines Dienstes in der Backstube verließ Baumann gegen 21 Uhr die Unglücksstelle. "Drei Mann von uns - Einsatzleiter Wolfgang Schödel und zwei Bauhofmitarbeiter - waren die Letzten: Sie blieben bis 7 Uhr in der Frühe." ufa