Rhenus folgt Ruf in die Wema

Dienstleister sind weltweit auf dem Arbeitsmarkt im Vormarsch. Sie schaffen neue Branchen und Jobs und verändern die Arbeitswelt enorm. Zu diesen zählt sich die Rhenus BPO Service GmbH mit ihrer Tochter Rhenus people: Einem Call-Center, das ab 11. März auch in Plauen startet.

Von Cornelia Henze

Plauen - Die Zeiten, in denen auf dem Arbeitsmarkt hauptsächlich produziert wird, scheinen vorbei zu sein. Bestes Beispiel in Plauen: Die Wema von einst, der boomende Sondermaschinenbau, ist schon seit Jahren tot. Erfreulich, dass es mit dem Nachfolger, der Wema Vogtland Technology GmbH, wieder einen Produktionsbetrieb gibt, der sich der Rekonstruktion von Maschinen widmet. Für die "neue" Wema indes sind die 4500 Quadratmeter zu groß, zu viel, um sie selbst zu bewirtschaften. Zumal die Wema den alten Standort mit dem Wema-Turm in der Schenkendorfstraße leergezogen hat und nun ins ehemalige Konstruktionsbüro in der Wielandstraße zog. Seit 2014 vermarkte man die Flächen im Turm über die Wema Invest GmbH - und das ganz erfolgreich, sagt Wema-Geschäftsführer Andreas Quak. Rund 2000 Quadratmeter wurden schon an Firmen verpachtet. Gern gesehen seien auch Existenzgründer und junge Leute. Nummer 16 der neuen Mieter ist nun "Rhenus people", der bei dem Angebot von Wema Invest und der städtischen Wirtschaftsförderung zugriff.
Mit Schlagwörtern wie Technischer Support, Customer Contact Experten, Kundenmanagement oder Outbound umschreibt Geschäftsführer Olaf Remmele das Angebot von Rhenus people. Dahinter verbirgt sich die telefonische Kundenberatung (Call-Center), die Rhenus people für große Unternehmen durchführt. Dazu zählen beispielsweise Energieversorger, Telekommunikationsunternehmen, Versicherungen, Verlage, Medienkonzerne, Pharma- und E-Commerce-Unternehmen. 
Call-Center heiße im Fall Rhenus people nicht, dass der Bürger überraschende Werbeanrufe bekommt. Tätig wird man im sogenannten "Second Level": Wendet sich beispielsweise der Kunde wegen technischer Probleme an seinen Telefonanbieter, wird dieses an den Rhenus-Kundenberater weitergeleitet. Das setzt voraus, dass der Rhenus-Telefonberater technisch fit ist, wünschenswert sei auch bei Seiteneinsteigern, technischen Sachverstand mitzubringen, so Remmele. Geschult wird das Beraterpersonal auf jeden Fall: Zwischen vier Wochen und acht Monaten sitzten die Telefonberater auf der Schulbank im Rhenus-Center in Hof. Dort ist der administrative Mittelpunkt von Rhenus people - auch das Schulungszentrum.
Mit konkreten Aussagen zur Laufzeit der angepachteten Wema-Räume und Anzahl der Mitarbeiter hält sich Olaf Remmele geschickt zurück. Mit einer unteren zweistelligen Mitarbeiterzahl will er im März in Plauen starten. Schlussendlich soll der Standort Plauen mit dem in Hof mithalten können - in Hof sind rund 250 Leute beschäftigt. Dort könne Rhenus aber platzmäßig nicht weiterwachsen. Perspektivisch will man in Plauen auch ausbilden im technischen und kaufmännischen Bereich.
Rhenus BPO Services ist ein Unternehmen der Rhenus-Gruppe, eines weltweiten Logistikunternehmens mit einem Umsatz von über 4,8 Milliarden Euro, 29 000 Beschäftigten und 610 Standorten.
Die Rhenus-Callcenter gibt es seit 20 Jahren. Standorte gibt es in Bamberg, Meerane, Solingen, Stralsund, Hannover und Mannheim. Damit setzt Rhenus auf ein dezentrales Firmenkonzept.