Reuther Brücke fällt im November

Die Firma UTR GmbH in Schönbrunn bei Oelsnitz baut die neue Brücke über die Bahnstrecke Plauen - Hof in Höhe der Reuther Recycling-Firma. Das beschloss am Dienstagabend der Reuther Gemeinderat auf seiner Sitzung einstimmig. Der Neubau ist nötig, weil die Deutsche Bahn AG für die Elektrifizierung Hochleitungsmasten aufstellen muss und so die jetzige Durchfahrtshöhe nicht mehr ausreicht. Für 768 730,28 Euro will die Schönbrunner Firma die Arbeiten ausführen und legte damit das günstigste der vier Angebote vor.

"Die Submission war am 25. Juli", berichtete Planer Walter Schierjot zur Ratssitzung. Zehn Unternehmen hätten die Ausschreibungsunterlagen abgeholt, vier dann ihre Angebote fristgerecht abgegeben. Mit ihren Angebot liegt die Firma UTR GmbH deutlich unter den ermittelten Baukosten in Höhe von 828 800 Euro, so der Planer. 2 900 Kubikmeter Erdstoffe sind für den Neubau neu einzusetzen, erläuterte Schierjot. Diese würden nach Prüfung des Materials durch das Landratsamt nun bei Bedarf aus dem benachbarten Stelzen umgesetzt.

"Die praktische Durchführung ist aber eine Sache zwischen der dortigen Baufirma und der UTR GmbH", so Schierjot. Beim Einsatz des Erdstoffmaterials sei der Anbieter mit dem zweitgünstigsten Angebot zwar preisgünstiger gewesen, "er legte aber erst nach mehrmaligen Nachfragen die Herkunft des Materials (aus ehemaligen Hartsteinwerken GmbH Oelsnitz) offen", so der Planer.

Der mit der bauausführenden Firma abgestimmte Bauablaufplan sieht den Beginn der Arbeiten im September vor. Zuerst wird die Straße zurückgebaut. "Im November soll dann die Brücke abgerissen werden und wir hoffen noch vor dem Winter die Wiederlager zu setzen und wenn es das Wetter zulässt den Überbau noch darauf zu legen", spricht Schierjot über den zeitlichen Ablauf. Für 2013 wäre dann noch der Straßenbau durchzuführen.

"Das Ziel ist eine Fertigstellung in den Monaten Juni/Juli 2013", gibt Schierjot noch vor. Dabei machte er deutlich, die Deutsche Bahn AG habe knallhart den Fertigstellungstermin auf August 2013 gelegt, dann beginne der Neubau der Oberleitung für die Elektrifizierung der Strecke. Außerdem habe die Bahn elf Sperrpausen genehmigt. Diese sind durch die Baufirma in den Ablauf einzubauen und einzuhalten.

"Sperrpausen, sind Pausen zwischen 22 Uhr und 4.30 Uhr im nächtlichen Zugverkehr auf der Strecke, in denen die Baufirma im Gleisbereich ihre Geräte zum Brückenbau aufstellen und zeitlich begrenzt arbeiten kann", erklärt der Plauener Schierjot. Besonders beim Bau der Kappen, das sind rechts und links die Anschlüsse an der Brücke auf denen der Gehweg errichtet wird, werden Sperrpausen gebraucht. Deren Nichteinhaltung wird für die Baufirma kostenpflichtig.

Weil ab Februar 2013 auch die andere Reuther Eisenbahnbrücke über die Straße S 311 an der Kreuzung Schleizer Straße/Gefeller Straße abgerissen werden soll, kommen auf die Autofahrer im Raum Reuth im kommenden Jahr schwere Zeiten zu. Bürgermeister Ulrich Lupart charakterisierte dies mit den Worten, "wir haben dann von Februar bis zum Juni/Juli keine Brücke, sind so völlig abgeschnitten".

Einzig die Fußgängerbrücke beim Reuther Bahnhof bleibt, "die zu begehen geschieht aber auf eigene Gefahr", so das Gemeindeoberhaupt. Lupart hoffe auf einen milden Winter. Das ließ Planer Schierjot erklären, "für den Betonbau brauchen wir mindestens plus 5 Grad Celsius und für den Bitumeneinbau mindestens plus zehn Grad Celsius, auch in der Nacht."

Die weiteren Bieter für den Brückenneubau waren die Streicher GmbH aus Jena (mit 873 867,99 Euro), die WTU GmbH Weischlitz (879 442,31 Euro) und die Hoch- und Tiefbau GmbH Reichenbach (917 818,88 Euro).