Renate Wünsche: "Hier kann sich Kunst sehen lassen"

"Wir sind mit dem Erfolg der dritten vogtländischen Kunstmesse sehr zufrieden", fasst Renate Wünsche, als Geschäftsführerin bei ad astra für Finanzen zuständig, am ersten Tag der Messe zusammen. Das läge einmal an der Qualität der Arbeiten der ausstellenden Künstler und auch an der Wahl des Ortes der Kunstmesse. "Hier kann sich Kunst einfach sehen lassen", schwärmt die ehemalige Verwaltungsdirektorin am Theater Plauen-Zwickau. Und es werde natürlich auch Kunst gekauft, freut sie sich, denn das sei ja schließlich der eigentliche Grund einer Kunstmesse.

Jeweils an Ständen unterschiedlicher Größe, die von den teilnehmenden Künstlern gemietet werden konnten, wird, das lässt sich ohne Übertreibung sagen, vor allem anspruchsvoll Künstlerisches zum Kauf angeboten. Die aus Pausa kommende Künstlerin Alexandra Wermig hat sich dem Airbrush verschrieben. Sie bietet zum Beispiel Wandgestaltung an, die auch im Stadtbild Plauens immer mehr farbig-fröhliche Akzente setzt.

So an einem an der Reißiger Straße, Mündung Kaiserstraße querstehenden Haus, das zum Häuser- oder Reißiger-Block gehört. Ihr Werkzeug sind Pinsel und Graffiti-Spraydosen, und man traut es der zierlichen, jungen Frau kaum zu, dass sie es schafft, die doch großflächige und hohe Front eines Hauses zu verschönern.

Ein Multitalent scheint Heike Schramm zu sein. Sie ist aus Mülsen nach Plauen gekommen und präsentiert moderne Kunst und Landschaftsmalerei. Ihre Spezialität: ein auf einem Bild gemaltes Motiv findet sich in einer Keramikarbeit wieder. Überhaupt fallen die farbenfrohen, originellen Keramikarbeiten auf, die zum Kauf angeboten werden.

Durch eine Krankheit sei er zur Kunst gekommen, erzählt Norbert Pflug. Der frühere Koch und Fleischer habe aber auch als Kind schon durch seinen Großvater mit der Malerei Bekanntschaft gemacht. Ein großformatiges, einen Sonnenuntergang in der Savanne eindrucksvoll darstellendes Ölbild ist ihm besonders wichtig. "Das Bild wird am 7. Juli zum 15. Tag der Vogtländer in Reichenbach an den Meistbietenden vergeben", sagt er, und der Erlös komme der Behindertenschule in Syrau zugute. "Ich liebe Holz", das ist das Credo von Thomas Thiele. Unter seinen Händen entstehen kostbare Phantasieskulpturen, die anzufassen verlockt.

Er denke sich die Formen seiner Arbeiten vorher aus, berichtet Thomas Thiele, komme aber bei der Gestaltung der Maserung, dem Wuchs und der Farbigkeit des Holzes entgegen. Mit Arbeiten, die sich vor allem durch Motive aus Plauen und dem Vogtland auszeichnen, hat Wilhelm Mühsam, der ehemalige Plauener Kunsterzieher, seinen Stand bestückt. "Doch", so gesteht er, "eigentlich schreibe ich ja sogar lieber als ich male." Und sogleich ist er dabei, einer kleinen Gruppe Besucher eines seiner humorvollen Gedichte vorzutragen.

Michael Franke ist Diplomdesigner. Der gelernte Goldschmied studierte an der Fachschule für angewandte Kunst in Heiligendamm und ist seit 1978 freischaffend tätig. Neben Schmuck aus Gold, Silber, Kupferund anderen Materialien bietet er auch Aquarelle und surreale oder abstrakte Acrylarbeiten an.

Der weitere Rundgang durch das Erdgeschoss des Sparkassengebäudes bringt ein Wiedersehen mit den Kupferstichen, Steindrucken oder Malereien, die zumeist Motive von Vögeln zeigen, des Elsterberger Grafikers Bernd Hieke. Auch Andreas Rudloff nimmt an der Messe teil. Der in Adorf lebende Plauener, der als Lehrkraft am Beruflichen Schulzentrum arbeitet, stellt seine hintergründigen Grafiken vor, und etwas weiter hinten sind die Stände von Andreas Claviez und Natsuko Horinouchi zu finden. Der inzwischen auch als Anbieter von Malkursen aktive Andreas Claviez und die japanische Künstlerin stellen derzeit in der Wandelhalle von Bad Elster aus.