Rekordjahr bei der Vogtland Philharmonie

Reichenbach - Es gibt auch Lichtblicke, mag es so manchem in den Sinn gekommen sein, der die erfreuliche Rückschau von Generalmusikdirektor Stefan Fraas, dem Intendanten der Vogtland Philharmonie, auf das zurückliegende, ansonsten doch so krisengeschüttelte Jahr 2009 erlebte.

Erstmalig habe die Vogtland Philharmonie seit ihrem Bestehen mehr als 100 000 Konzertgäste in einer Spielzeit erreicht, genau 103 962 Gäste. "Dabei haben wir als musikalischer Botschafter des Vogtlandes von den 171 sinfonischen Konzerten des vergangenen Jahres 80 Prozent in Sachsen und Thüringen absolviert", resümierte er mit berechtigtem Stolz, aber auch ein wenig Sorge: "Wir haben damit eigentlich unsere Kapazität voll ausgereizt, es war das arbeitsintensivste Jahr, meine Philharmoniker waren bis an die Schmerzgrenze gefordert."

Dass sich diese Arbeit auch ökonomisch gut ausmacht, beweist der Zuwachs an eingespielten Geldern: Es sind mehr als 850 000 Euro, damit habe die Philharmonie ihr Ergebnis aus dem Vorjahr um 16 Prozent gesteigert, damit liegt das Orchester weit über der Quote der Eigenerwirtschaftung der Mittel, wie bei vergleichbaren Ensembles. Der Reichenbacher Oberbürgermeister Dieter Kießling richtete nach dieser Rechenschaftslegung Worte des Dankes an die Philharmoniker.

Gleichermaßen stolz sei man aber auch auf den Förderverein der Philharmonie. Er verwies auch auf die gesicherte finanzielle Basis des Orchesters durch die Länder Sachsen und Thüringen, die Landkreise und die beiden Städte Greiz und Reichenbach und auf die bevorstehenden Höhepunkte, insbesondere den Orchesterball der Philharmonie 2011 in der neuen Stadthalle Greiz und die 800-Jahr-Feier der Stadt Reichenbach im Jahre 2012. Damit war der Ausblick auf das kommende Jahr eröffnet, den sogleich GMD Fraas mit interessanten Neuigkeiten bereicherte. Die Top-Nachricht: Jiri Malát, der beliebte Chefdirigent der Philharmonie, hat mit dem Trägerverein eine Vertragsverlängerung bis zum Jahr 2013 vereinbart. "Ich bin glücklich über diese Entscheidung, denn dieses Orchester ist etwas Besonderes - einen derartigen Zusammenhalt der Musiker gibt es selten. Ich habe noch viel vor mit diesem Ensemble", so Malát.

Ein zweiter Höhepunkt dieses Medientermins war die Unterzeichnung eines auf 25 Jahre befristeten Mietvertrages zwischen der Stadt Reichenbach und der Vogtland Philharmonie: Die Orchesterverwaltung wird ab März in die frei werdenden Büroräume der zweiten und dritten Etage im Hauptgebäude der Landesgartenschau-GmbH in der Wiesenstraße 62 umziehen und damit endlich angemessene Arbeitsbedingungen erhalten. "Unsere Konzertspielstätte wird natürlich auch weiterhin das Neuberinhaus bleiben", betonte Fraas.

 

Er gab weiter einen Ausblick auf das bevorstehende Konzertjahr, das sich kaum weniger intensiv gestalten wird und eine Reihe besonderer Herausforderungen beinhaltet: 155 Konzerte sind bereits vertraglich gesichert, darunter Galakonzerte mit dem internationalen Musical-Star Anna-Maria Kaufmann, das Festkonzert zur Einweihung des Wende-Denkmals in Plauen, die ausnehmend gut ankommenden "Classics unter Sternen" in Chemnitz, die beiden Hauptkonzerte der Internationalen Instrumental-Wettbewerbe in Klingenthal und Markneukirchen, nicht zu vergessen die Abonnementskonzerte in Reichenbach, Greiz, Rodewisch, Schleiz und Apolda.

Den Verweis darauf, dass bereits Vereinbarungen der Philharmonie über das kommende Jahr hinaus - bis 2014 schon - in Sack und Tüten seien, kommentierte OB Dieter Kießling schmunzelnd mit der Bemerkung: "Da müssen wir aber schnell ein paar Termine für unsere 800-Jahr-Feier festmachen!"     veho