Reklame leuchtet im ganzen Land

Das bisher größte realisierte Werbe-Objekt der Plauener Konstrukta ist vor den Toren Rostocks zu bestaunen. 30 Meter hoch steht die Konstruktion des Globusschildes auf dem Gelände des Einkaufsriesen. 47 Tonnen Stahl wurden verarbeitet und vor Ort montiert. Im ganzen Land stehen Werbekonstruktionen, Aufsteller, Werbemittel, Leuchtreklamen in und an Läden, die mit dem Prädikat "made in Plauen" versehen sind. Seit ein paar Jahren werden auch Aufträge in der Schweiz erledigt, berichtet der Chef Manfred Schaarschmidt.

Die Konstrukta Werbetechnik hat der Plauener im Jahr 2002 gegründet. Manfred Schaarschmidt begann damals mit zwei Mitarbeitern, nachdem er schon ein langes Berufsleben hinter sich hatte. Es war ein Neustart, sagt der heute 63-Jährige. Der Diplom-Maschinenbau-Ingenieur, Schauwerbegestalter und Selfmademan hat nach dem Studium bei der Plamag gearbeitet, in Reichenbach und später bis nach der Wende beim Plauener Stahlbau. Zehn Jahre liegen Selbstständigkeit hinter ihm, seine zwei Söhne Andreas (heute 30) und Rene (heute 35) sind inzwischen fest im Unternehmen integriert.

Andreas Schaarschmidt hat eine eigene Firma für LEDs, die der Konstrukta zuarbeitet. 2009 erfolgte der Umzug nach Haselbrunn. Am Stadtwald nahe dem Bahndamm kauften die Schaarschmidts das Gelände und Gebäude der Alten Gießerei der Plamag - viel Platz für Lager und Werkstätten. In den Räumen entstehen Entwürfe, Skizzen, Modelle, die Rohlinge für die Konstruktionen und die fertige Ware für den Transport in die ganze Republik. Inzwischen sind 17 Mitarbeiter (meist Konstruktionsmechaniker und Schauwerbegestalter) dabei. "Zwei Azubis je Saison stellen wir auch immer ein", berichtet der Senior. Die werden als Mitarbeiter für visuelles Marketing ausgebildet, wie es Neuhochdeutsch heißt. Doch gute Leute zu bekommen, würde zunehmend schwieriger werden, gesteht der Plauener Fachmann.

Die Schaarschmidts haben zu tun. Viele Aufträge sind für Einkaufszentren zu erfüllen. Unternehmen wie Globus und andere große namhafte Marken, die auf der grünen Wiese und zunehmend in den Innenstädten Werbung installieren lassen, arbeiten gern mit den Plauenern zusammen. "Mitunter wird man an Autobahnraststätten angesprochen, wenn wir mit unseren Firmenfahrzeugen unterwegs sind. Der Begriff Konstrukta ergibt für uns immer wieder neue Kontakte", sagt Manfred Schaarschmidt. Arbeiten von Konstrukta sind auch in Plauen zu sehen: in der Stadtgalerie Plauen, beim Therapie-Zentrum Grimm, der neuen Merkur Bank Plauen am Nonnenturm und bei hifiboehm.

Ein weiteres Betätigungsfeld ist die Instandhaltung und Umrüstung von Hochspannungs-Neonröhren zu LED. Dies bringe den Auftraggebern schließlich Energieersparnisse bis zu 70 Prozent, rechnet Schaarschmidt vor. Ein weiterer, kleiner Geschäftsbereich: Klapp-Pulte, so genannte Verkostungs- und Marketingtheken. Schaarschmidt: "Wir bauen diese für Messestände und Firmen, die Waren und sich präsentieren wollen."

Konstrukta ist ein umtriebiges Unternehmen. Der Chef und seine zwei Junioren tüfteln ständig an neuen Präsentationsformen. Ihr neuester und bisher raffinierteste Aufsteller wurde in Freising montiert an den ehemaligen Hallen der Schlüter Werke (Motoren, Traktoren), welche jetzt als riesiges Einkaufszentrum vor den Toren Münchens dienen. Es stellt ein 13 Meter hohes Zahnrad dar, das halbiert in die Höhe ragt. "Alles imitiert, aber es sieht schick aus", meint Manfred Schaarschmidt lächelnd. Und auch in den Kolonnaden, den Hallen der "Mall" vor München, sieht man Plauener Reklamemittel.