"Reisebilder" von Claviez

Spätestens die Impressionisten, zunächst belächelt ob ihrer überbordenden Farbigkeit und ihrer "unpräzise" dargestellten Motive, zeigten in ihren Bildern, dass die Wiedergabe eines kurzen Augenblickes aus dem unendlichen Kosmos der Möglichkeiten, die die Natur bietet, ungeahnte Variationen des Ausdruckes zulässt.

Bis heute ist dieses Genre der darstellenden Kunst das beliebteste und begehrteste für den Maler und Kunstinteressierten gleichermaßen, lassen sich doch die Schönheiten der Welt, die Gedanken über Gesehenes und Erlebtes aus sehr individuelle Weise ausdrücken und verewigen.

  Laudator Manfred Feiler   "Reisebilder" von Andreas Claviez, seit vergangenen Montag bis 2. Mai im Foyer des Theaters Plauen. Christian Pöllmann begrüßt die Anwesenden zur Eröffnung dieser Präsentation und betont die Bedeutung von Kunst für das Leben, für die Seele aller Menschen. Kein Besserer als Manfred Feiler konnte die Laudatio zum Schaffen von Andreas Claviez halten, ist er doch seit Anbeginn seiner Passion des Malens im Jahr 2005 dessen Mentor. Manfred Feiler ist ein strenger, gnadenloser Lehrmeister, ein Pädagoge, der ohne Scheu kritisiert, nicht verwirft oder tadelt, sondern die Gabe seines Schüler erkennt, Ratschläge erteilt und ihn mit Geduld und Einfühlungsvermögen selbst den richtigen Weg finden lässt.

 

Kaum vier Jahre malt Andreas Claviez, der eigentlich Mechaniker war und Musiker ist, unter der Obhut Manfred Feilers. In dieser kurzen Zeit fand er zu seiner ureigenen Ausdrucksweise, wurde zum darstellenden Künstler mit eigener Exposition.

Vor allem Aquarelle und Acrylbilder hängen an den Wänden des Foyers, gemalte Reisen in den Süden und festgehaltene Impressionen diverser Spaziergänge innerhalb seiner Heimat, dem Vogtland. Das Triebtal, das Nymphental erscheinen aus verschieden Blickwinkeln, der Ort Altensalz mit Blick auf die Talsperre, ein Feld im Herbst vermittelt das Verstehen des Blühens, die Melancholie der kurzen Tage, ein "Blumen"-Gebinde fasziniert mit farbenprächtigen Blüten. Andreas Claviez malt die Welt, er zeichnet, was ihn bewegt, was seine Augen zum Festhalten für wert befinden.

"Lanzarote", ebenfalls mehrfach auf Leinwand gebannt, offenbart das Feuer der Insel von brennendem Rot über Violett bis hin zu kühlerem Blau, "Gletscher in der Schweiz" lassen erschauern durch mächtige Berge und ewiges Eis, die "Finca" auf Mallorca assoziiert Lust auf Urlaub, in Venedigs Kanälen widerspiegelt sich der marode Charme und die vergehende Pracht der Palazzi, die "Wüste von Dahab" leuchtet im wechselnden Colorit des ewigen Sandes, der unnahbaren, schroffen Morgana im Dunst eines Morgens, am "Apfelbaum" locken reife, schwere Früchte zum Pflücken - er malt, was er sieht, was ihn bewegt und ihm wert erscheint.

  Impressionen der Welt   Daniel Schramm, der individuellen Unterricht in Gitarre, Bass, Keyboard und Mandoline anbietet, singt zur Gitarre mit angenehmer Stimme und Andreas Claviez bedankt sich vor allem bei Renate Wünsche und Christian Pöllmann für die Möglichkeit zum Ausstellen seiner Kunst. Ingrid Schenke