Reichenbacher Wohnhaus ausgebrannt: Versicherung zahlt nicht

Familie Liebold aus Reichenbach verlor am 29. März ihr Haus, das bei einem Brand völlig zerstört wurde. Nun lehnt die Versicherung die Regulierung des Schadens in Höhe von fast 200 000 Euro ab.

Versichert war das über viele Jahre sanierte Wohnhaus bei der InterRisk aus Wiesbaden. Nach einer anfänglichen Zusage der Schadensregulierung kündigte diese nun den Vertrag rückwirkend und fordert von Jürgen und Brigitte Liebold die Rückerstattung von 1800 Euro, die als Überbrückungsgeld ausgezahlt wurden.

"Ich habe nur einen Wunsch - dass die Versicherung uns hilft", fleht Jürgen Liebold in der gestrigen MDR-Sendung "Dabei ab zwei". Als Grund der Nichtzahlung nannte die InterRisk gegenüber dem MDR, eine nicht angegebenen Stromleitung aus DDR-Zeiten, die zugleich Brandursache war. "Der Vertrag kam auf Grund der Angabe zustande, dass das Haus kernsaniert wurde. Grundvoraussetzung ist zudem die Grunderneuerung der elektrischen Leitungen", so das Schreiben der InterRisk an das Ehepaar.

"Eine Tatsache, die uns der Versicherungsmakler beim Abschluss der Versicherung nicht nannte. Nach am Brandtag versicherte uns der Makler, dass wir keine Angst haben müssten. Wir seien schließlich bestens versichert", berichtet Liebold vor der Kamera. Liebolds wandten sich bereits an die Verbraucherzentrale Sachsen. "Das Problem ist das Kleingedruckte und das Wort Kernsanierung. Das heißt, es muss alles in Ordnung sein und das war es ja wohl bei Vertragsabschluss", erklärt Heike Teubner, Leiterin der Beratungsstelle in Auerbach.

Um ihre Ansprüche durchzusetzen, müsste das Ehepaar ihren Versicherungsmakler verklagen. Derzeit leben die Liebolds, die bei dem Brand alles verloren, einige Straßen von ihrem Haus in einer Ferienwohnung. Noch hofft das Ehepaar, wieder in das Haus, in dem sie 40 Jahre lebten, ziehen zu können.