Reichenbacher Verkäuferin geschlagen - Täter flüchtet

Mit einem Katalog schlug der Mann ihr zuerst den Telefonhörer aus der Hand und erwischte im Nachschlag ihre rechte Gesichtshälfte. Die färbte sich danach von der Stirn bis zum Kinn und schwoll an. Der Täter flüchtete.

Mann ist für die Verkäuferin kein Unbekannter. Zwar kennt sie nicht seinen Namen. Und er ist auch kein Kunde im Jeansladen an der Ecke Alberti- und Weinholdstraße. Aber "besucht" hat der Mittvierziger die Frau schon öfter. Seit Dezember belästigt er sie regelmäßig. Mehrmals pro Woche kommt er in den Laden, meistens freitags, immer nachmittags, und schaut sie nur an.

Er interessiere sich nicht für die Ware, sondern stehe einfach nur da und beobachte sie. "Das wirkt bedrohlich und ist einfach nur lästig", erzählt die Frau.

Sie habe Angst vor dem Stalker. Denn vor einiger Zeit habe er sie schon einmal gepackt und geschüttelt, als sie ihn bat, den Laden zu verlassen, wenn er nichts kaufe. Am Freitag wiederholte sich "das Spiel": Der Mann bezog seinen Beobachtungsposten. Da fasste sich die Verkäuferin ein Herz und erteilte ihm Ladenverbot, wenn er nichts kaufen wolle. "Das hättest du wohl gerne", habe er sie angefaucht. Und als sie zum Telefon griff, habe er brutal zugeschlagen.

Das war für die Frau Anlass genug, den Alarmknopf zu drücken. Schnell rückte die Polizei an und nahm die Anzeige entgegen. Bis gestern lag sie in der Dienststelle allerdings noch nicht offiziell vor. Außerdem haben die beiden Beamten versprochen, Fotos von "polizeibekannten" Tätern vorbeizubringen. Mittlerweile wurde im Laden eine Überwachungskamera installiert. Die Nachbar-Händler passen mit auf. Und die Geschlagene hat ihre Wunden von einem Arzt aufnehmen lassen.