Reichenbacher Eltern fordern mehr Personal

Mit Rasseln, Trillerpfeifen und Montagsdemos wollen Eltern, die ihre Kleinen in Kindereinrichtungen in Reichenbach und Umgebung geben, für mehr Personal kämpfen. Sie fordern bis 2016 einen Erzieher für vier Krippenkinder (bisher 1:6), einen Erzieher für zehn Kindergartenkinder (bisher 1:13) und einen Erzieher für 16 Hortkinder (bisher 1:20).

Damit schließen sie sich einer sachsenweiten Aktion "Weil Kinder Zeit brauchen" an, die im Frühjahr unter anderen von der Gewerkschaft und der Liga der freien Wohlfahrtspflege ins Leben gerufen wurde. Die Initiatoren verlangen eine Verbesserung des Personalschlüssels, um Bildung, Erziehung und Betreuung der Kinder zu gewährleisten und dem Personal genügend Vor- und Nachbereitungszeit für Projekte und Exkursionen zu ermöglichen.

Unter dem Motto "Mehr Zeit für Qualität" sollten 20 Prozent der jährlichen Arbeitszeit dafür festgehalten werden. Außerdem fordern sie eine freigestellte Leiterin auf 100 Kitaplätze, mehr Weiterbildung sowie mehr Zeit zum Austausch mit den Eltern.

Jetzt trafen sich Elternvertreter der Kindereinrichtungen aus Reichenbach und Umgebung, um einen Weg festzulegen, auf dem sie ihre Forderungen durchsetzen wollen. Sie einigten sich in Anlehnung an die Montagsdemos aus der Wendezeit auf eine Demonstration vor dem Plauener Rathaus. Sie soll am 10. September, 17.30 Uhr, stattfinden. Natürlich hoffen die Demonstranten, dass sich Eltern aus dem gesamten Vogtland anschließen.

Darüber hinaus sind wöchentliche Aktionen in den einzelnen Einrichtungen geplant. Jeweils montags, 10 Uhr, werden Kinder, Erzieher und auch Eltern mit Rasseln und Trillerpfeifen eine Minute lang lautstark Protest schlagen.

Und damit dieser Lärm-Protest auch die breite Öffentlichkeit erreicht, wollen die Initiatoren Presse, Rundfunk und Fernsehen dazu einladen.

Darüber hinaus haben die beiden Netzschkauer AWO-Kindergärten "Märchenland" und "Schlosspark" eine Demonstration auf dem Marktplatz ihrer Heimatstadt angekündigt. Sie soll nächsten Donnerstag, 19. Juli, 9.30 Uhr, stattfinden. Ein großes Transparent mit den Handabdrücken der Kinder und den genannten Forderungen soll nach der Demo an Bürgermeister Werner Müller übergeben werden, der das Anliegen auf Landesebene weitertragen soll. va