Reichenbacher Dittes-Grundschule ein Schmuckkästchen

Reichenbach - Nach einer Komplett-Sanierung übergab Oberbürgermeister Dieter Kießling die Reichenbacher Dittes-Grundschule am Montag und damit pünktlich zum Schuljahresstart wieder ihrer Bestimmung. 150 Kinder nahmen nach zweieinhalbjährigem Gastlernen in der Neuber-Grundschule ihre modernisierte Schule freudig in Besitz.

Hier können sie in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren unter besten Bedingungen lernen und im ebenfalls sanierten Hort ihre Nachmittage verbringen. Insgesamt zehn Jahre lang war die Schule im Ortsteil Oberreichenbach auf Vordermann gebracht worden. Zuerst, ab 2004, hatte man Fassadensanierung und Mauerwerkstrockenlegung in Angriff genommen. Danach folgten Sanierung und Erweiterung der Sporthalle. Der Innenausbau begann dann erst im Dezember 2011. So lange hat es gedauert, bis die Stadtväter ein tragfähiges Finanzierungskonzept auf die Beine gestellt hatten.

Denn Fördermittel für den Schulhausbau standen nicht zur Verfügung. Statt dessen hat das städtische Bauamt Städtebau-Fördermittel losgeeist. Insgesamt wurden in zehn Jahren rund vier Millionen Euro Bund-, Länder- und Eigenmittel in die Sanierung der Dittes-Grundschule investiert und dabei eine Förderquote von 73,4 Prozent erreicht. Entstanden ist dabei eine Grundschule, die die Funktionalität einer modernen Schule und den Charme eines altehrwürdigen sanierten Denkmals aus der Gründerzeit miteinander vereint. Gebaut worden ist die Schule im Jahr 1881. 1912 erhielt sie einen Anbau. 1990 hat man neue Sanitärräume angebaut.

Wie so oft, wenn alte Gebäude saniert werden, erlebten die Bauleute auch in der Dittesschule so manche Überraschung. So war beispielsweise die Holzkonstruktion im Dach vom echten Hausschwamm befallen. Die Tragfähigkeit einiger Innenwände war ebenfalls nicht mehr gegeben. Und beim Bohren für eine Erdwärmepumpe hatte man es plötzlich mit zusätzlichem Schichtenwasser zu tun. Doch alle Probleme wurden im anfänglich gesteckten Zeitrahmen gelöst. Dafür dankten OB Kießling und Schulleiterin Juana Martin zur Einweihungsfeier vor allem Architekt Christian Hofmann und den fleißigen Handwerkern.

Unter welch hervorragenden Bedingungen Schüler und Lehrer künftig arbeiten können, sei ihr besonders bewusst, seit sie im Urlaub eine Grundschule in Uganda besucht habe, erzählte Frau Martin. Sie sprach auch im Namen ihres Lehrerteams, als sie versprach, alles so pfleglich wie möglich zu behandeln, damit die Schule sehr lange so ein Schmuckstück bleibe. Und sie appellierte an die Stadtverwaltung, jetzt an die Neuberschule zu denken.

Diese Schule hatte jahrelang Förder-, Weinhold- und Dittesschüler zu Gast und sei nun dementsprechend runtergewirtschaftet. Der Hort hatte sich entschieden, auch während der Innenausbau-Arbeiten in der Dittesschule zu bleiben. Deswegen mussten Kinder und Erzieher drei Jahre lang unzählige Umzüge bewältig sowie Lärm und Schmutz ertragen. Doch jetzt sei alles umso schöner, freute sich Hortleiterin Ivette Haag. ina