Reichenbacher Bitex wächst weiter

Die Reichenbacher Bitex (Bürgerinitiative zur Erhaltung des Hochschulstandortes Reichenbach) wächst weiter: Während einer großangelegten Werbeaktion konnte am verkaufsoffenen Sonntag in der Neuberinstadt das 1000. Mitglied begrüßt werden.

Reichenbach - Mit Kerstin Müller aus Brunn hat man eine engagierte Frau gewonnen, die, wie sie sagt, schon lange mit dem Gedanken gespielt habe, der Bitex beizutreten. Zusammen mit Mann Jörg und Sohn Jannik war die Mitarbeiterin der Reichenbacher Stadtwerke am Sonntagnachmittag auf den Postplatz gekommen. Am Stand der Stadtwerke warb sie für Ökostrom. Nachdem sie in der Bitex-Liste ihre Unterschrift geleistet hatte, verriet sie, dass sie deren Aktivitäten von Anfang an interessiert verfolgt habe. Sie ziehe den Hut vor den engagierten Bitex-Mitstreitern, die sich auch von Rückschlägen nicht unterkriegen lassen. Sogar eine Veranstaltung in der Reihe "Bühnentalk", die Kerstin Müller als Marketing-Mitglied jahrelang mit organisiert hat, habe es gegeben, erinnert sie sich.

Als Dankeschön für ihre Unterschrift wurde sie mit einem Wurststrauß belohnt. Die Werbe-Aktion der Bitex verlief auch am Sonntag wieder äußerst erfolgreich. War die Interessengemeinschaft (in Dresden sagt man "Graswurzelbewegung") schon vorher die größte Bürgerinitiative Sachsens, so konnte sie zahlenmäßig noch einmal kräftig zulegen und zählt jetzt über 1600 Mitglieder.

Viele Menschen, erklärt Bitex-Sprecher Wolfgang Horlbeck, seien extra zum Postplatz gekommen, um ihre Unterschrift zu leisten. Er freue sich natürlich über die Zustimmung der Menschen und leite daraus den demokratischen Auftrag der Reichenbacher an die Bitex ab, in ihrer Beharrlichkeit, für die Zukunft des Bildungsstandortes Reichenbach zu kämpfen und eine komplexe, mit den Bürgern und den Verantwortlichen vor Ort abgestimmte Lösung von der Staatsregierung und ihren Ministerien in Dresden einzufordern, nicht nachzulassen.

Und so fühlt sich Horlbeck auch in seinem Slogan "Wer aufgibt, hat von vornherein verloren" bestätigt. Mit der Kraft von über 1600 Unterstützerunterschriften wollen sich die Bitex-Gründer in Kürze erneut auf den Weg zu Ministerpräsident Stanislaw Tillich machen, um von ihm eine komplexe Lösung für die Zukunft des Bildungsstandortes Reichenbach einzufordern. Außerdem "drohen" die Bitex-ler damit, die Medien in ganz Deutschland auf das Reichenbacher Problem aufmerksam zu machen. Man wolle die Sächsischen Landespolitiker damit in die Defensive drängen und zu konstruktivem Handeln zwingen, so Horlbeck. ina