Reichenbacher bei Sanierung der Siegessäule dabei

An der Sanierung der Siegessäule in Berlin waren auch Vogtländer beteiligt. Ein Jahr lang brachten durchschnittlich sechs Mitarbeiter der Reichenbacher Firma "Hollerung Restaurierung" an dem 69 Meter hohen Denkmal die Naturstein-Teile wieder auf Vordermann.

 

Reichenbach/Berlin - Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit übergab am Freitag nach 15 Monaten Bauzeit die in neuem Glanz erstrahlende Säule an die künftigen Nutzer. Eingeladen war auch Torsten Singer, Bauleiter bei der Firma Hollerung. Die Säule wird als Museum und Aussichtspunkt genutzt. Wer die Aussichtsplattform zu Füßen der Siegesgöttin Viktoria allerdings erreichen will, muss gut zu Fuß sein. Doch hat man die 285 Stufen erst einmal bewältigt, bietet sich ein weiter Rundblick über den Tiergarten und die Stadt Berlin.

Vergangenes Jahr hatte sich die Steinmetz-Firma aus dem Vogtland an der öffentlichen Ausschreibung der Arbeiten zur Sanierung der Siegessäule beteiligt. Auch die Umfassungsmauern, die vier Tunnelhäuser und die Tunnelanlage sollten saniert werden. Ihr Angebot war wohl das beste der rund zehn Bewerber - und so erhielten die Vogtländer den Zuschlag. Seit April 2010 waren die Mitarbeiter dann unter Bauleiter Singer mit der Sanierung der Natursteinteile an den Tunnelhälsen beschäftigt. Man entfernte Graffiti-Schmierereien und brachte einen Graffiti-Schutz auf. Man polierte den Granitunterbau und hatte auch die Sanierung des Säulenschaftes innen und außen übernommen. Weil sich durch den Extrem-Winter die Arbeiten ein wenig verzögert hatten, wurde noch bis zur Einweihung in der vergangenen Woche gewerkelt.

Damit leisteten die Steinmetze aus Sachsen einen gehörigen Beitrag an dem 4,5 Millionen Euro teuren Projekt. Selbstverständlich werde die Firma Hollerung, die bundesweit agiert, diesen repräsentativen Großauftrag künftig auch als Referenzobjekt bei der Bewerbung um neue Aufträge nutzen, bestätigt Torsten Singer. Demnächst stehen beispielsweise Restaurierungsarbeiten an der alten Post in Hamburg sowie der bekannten Jacobi-Kirche in der Hansestadt an.

Torsten Singer selbst hat während der Übergabefeierlichkeiten in Berlin vor allem die historische Darstellung der Säule beeindruckt. So erfuhr er aus beredtem Munde des Regierenden Bürgermeisters, dass die Siegessäule 1873 als Nationaldenkmal zur Erinnerung an preußisch/deutsche Siege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich auf dem damaligen Königsplatz vor dem Reichstagsgebäude errichtet wurde. 1938 war sie der Stadtplanung der Nazis im Weg und musste in den Tiergarten umziehen, wo sie heute noch in der Mitte eines großen Kreisverkehrs, dem Großen Stern, steht. Auf der Säule thront die Siegesgöttin Viktoria, die wegen der ihrer goldenen Farbe von den Berlinern auch liebevoll "Gold-Else" genannt wird. Die Statue glänzt wie neu: Ein Kilo 24-karätiges Blattgold lässt sie in der Sonne wahrlich funkeln. ina