Reichenbach sperrt Johannisgasse

Die Stadt hat die Notbremse gezogen: Die Johannisgasse in Reichenbach ist seit 14. Januar gesperrt. Grund: Ein einsturzgefährdeter Giebel. Herunterstürzende Teile könnten Fußgänger verletzen oder Autos beschädigen.

Reichenbach - Das Haus Johannisgasse 2 gehört einer Familie arabischer Herkunft. Im vergangenen Jahr war das Nachbargebäude abgebrochen worden. Jetzt bemerkten die Eigentümer die Schäden und meldeten sie der Stadt. Von der Verwaltung bekam die Familie inzwischen eine Notwohnung zugewiesen, da offensichtlich auch das Wohnen im Haus Johannisgasse 2 nicht mehr gefahrlos möglich ist.

Die Eigentümer wurden von der Stadt aufgefordert, die Gefahrenstelle zu beseitigen. Das ist ihnen als Hartz-IV-Bezieher offenbar nicht möglich. Auch das Angebot der Stadt, das Grundstück für einen Euro zu erwerben und dann den Rückbau zu finanzieren, nahmen sie nicht an. Eine dafür gesetzte Frist lief Ende vergangener Woche aus, ohne dass die Hausbesitzer reagierten. Jetzt ist die Stadt in der Pflicht und muss das Gebäude sichern, eine sogenannte Ersatzvornahme in die Wege leiten. Im Gegenzug wird sie ins Grundbuch eingetragen. Wahrscheinlich kommt es dann irgendwann zur Zwangsversteigerung des Grundstücks, ein Weg, der mehr Zeit in Anspruch nimmt, als ein eventueller Verkauf.

Parallel zu den Sicherungsmaßnahmen wurde vom städtischen Bauamt ein Bausachverständiger eingeschaltet, der klären soll, ob die Schäden am Giebel mit dem Hausabbruch auf dem Nachbargrundstück zusammenhängen. Alle eingeleiteten Maßnahmen erfordern Zeit, so dass die Johannisgasse nach Einschätzung von Bauamtsleiter Sven Hörning mindestens bis Mitte des Jahres gesperrt bleiben muss. Die Autofahrer haben sich dran gewöhnt. Und die meisten Fußgänger umgehen die Absperrungen trotz der Gefahr und laufen in der Straßenmitte. va