Reichenbach hat weniger Supermärkte

Reichenbach besitzt entgegen anders lautender Vermutungen weniger Verkaufsfläche pro Einwohner als andere sächsische Städte vergleichbarer Größe wie Werdau, Crimmitschau, Auerbach, Torgau oder Annaberg-Buchholz. Während ein Mittelwert der Vergleichsstädte von 2,33 Quadratmeter Verkaufsfläche pro Kopf ausgeht, sind es in Reichenbach nur 1,89 Quadratmeter.

Reichenbach - Diese Zahlen bilden die Grundlage eines Einzelhandel- und Zentrenkonzeptes, das die Stadt Reichenbach im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben hatte und das vom Fachbüro Cima aus Leipzig erstellt wurde. Auslöser war damals das Ansinnen der Rewe-Handelskette, ihren Markt am Annenplatz aufzugeben und in der Dr.-Külz-Straße neu und größer zu bauen. Ein so genannter Markt der neuen Generation sollte dort entstehen. Im Gegenzug hatte Rewe angeboten, das Areal städtebaulich zu bereinigen, heißt Industriebrachen-Abbruch und Bau eines Kreisverkehrs zwischen Bahnhof-, Lessing-,Goethe- und Külzstraße. Weil vor allem die Gewerbetreibenden in der Innenstadt gegen diese Pläne monierten und Reichenbach noch kein Einzelhandelskonzept zu bieten hatte, wurde das Ansinnen damals vom Stadtrat verschoben.

Jetzt liegt das Einzelhandels- und Zentrenkonzept vor. Und in seinen Kernaussagen spielt es Investoren für den geplanten neuen Rewe-Standort quasi in die Hände. Es bescheinigt Reichenbach weniger Verkaufsfläche als anderen Städten. Im mittelfristigen Bedarfsbereich (Schmuck, Kleidung...) spricht es sogar von einer "vergleichsweise geringen Verkaufsflächenausstattung". Und es kristallisiert den Standort Dr.-Külz-Straße als den geeignetsten zu entwickelnden Standort (Potenzialstandort) heraus. Seine Vorteile gegenüber anderen Potenzialstandorten liegen nach Ansicht von Dr. Eddy Donat vom Fachbüro Cima in der Beseitigung einer innerstädtischen Industriebrache, einer städtebaulichen Neuordnung und einer Magnetwirkung aufs Zentrum. In der Beschlussvorlage für den Stadtrat heißt es: "Das Konzept bietet für die Stadt Reichenbach die Möglichkeit, den Einzelhandel aktiv zu steuern und die Entwicklung der Innenstadt zu unterstützen."

Das Konzept verfolge vor allem das Ziel einer Stärkung der Innenstadt und Sicherung wohngebietsnaher Versorgung. Der Stadtrat stimmte dem Einzelhandelskonzept am Montag mehrheitlich zu und legt damit gleichzeitig fest, dass alle künftigen Anträge mit einzelhandelsrelevantem Inhalt nach den Vorgaben des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes zu prüfen sind. ina