Reichenbach erstellt ein Handelskonzept

Der Stadtrat beauftragte den OB mit der Erstellung eines detaillierten Einzelhandelsgutachtens als weitere Entscheidungsgrundlage für die Stadt. Bei Bedarf kann dieses Gutachten später vom Stadtrat zum Konzept und damit zu einer festgeschriebenen Satzung erhoben werden. Vorausgegangen war dem Beschluss eine heftige Diskussion darüber, auf welchem Weg Reichenbach seine Steuerfunktion bei der Ansiedlung von Einkaufsmärkten wahrnehmen sollte. Hintergrund der Meinungsverschiedenheiten ist das Ansinnen des Handelskonzerns Rewe, einen "Markt der neuesten Generation" in Zentrumsnähe zu errichten und dafür seine Filiale im Einkaufszentrum "Am Annenplatz" aufzugeben.

Während OB Kießling und CDU- sowie SPD-Stadträte diese Ansiedlung, die gleichzeitig große städtebauliche Missstände beseitigen würde, begrüßen, wehren sich vor allem Linke und Einzelhändler vehement dagegen. Sie befürchten ein Überangebot an Märkten und daraus erwachsenden Leerstand in der Innenstadt. Ein Einzelhandelskonzept, so meinen sie, würde eine derartigen "Missentwicklung" vermeiden.

Bis zu zwei Jahre könne es nach Aussage aus dem Rathaus dauern, bis ein Konzept erstellt und rechtskräftig ist. Ein Gutachten liege der Stadt dagegen bereits nach zehn bis zwölf Monaten vor. Um Rewe in absehbarer Zeit doch noch eine Möglichkeit zum Bauen einzuräumen, stimmten CDU-, SPD- und FDP-Stadträte jetzt für das Gutachten. Linke, Grüne und Vertreter des Gewerbevereins setzten lieber auf ein zur Satzung erhobenes Konzept. Zu welchen Ergebnissen das Gutachten kommt und ob Rewe nach dessen Erstellung am gewünschten Standort bauen kann oder nicht, lässt sich schwer vorhersagen.