Regionalkaufhaus in der City?

In vielen Dörfern haben sie mittlerweile Einzug gehalten: Hofläden, die sich bei Einheimischen wie Gästen großer Beliebtheit erfreuen. Weshalb dann nicht ein Regionalkaufhaus in Plauen?

Von Torsten Piontkowski

Plauen Arm aber sexy - damit "wirbt" vor allem die Bundeshauptstadt. Doch manchmal ist es auch gar nicht so verkehrt, klamm bei Kasse zu sein. Das Bundesprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte" fördert kommunale Maßnahmen und Ideen, die auf eben jene Bereiche gerichtet sind, mit 75 Prozent, bei einer "Haushalts-Notlage" zu 90 Prozent. Will heißen, der Eigenanteil Plauens betrüge nur zehn Prozent.
Doch der Reihe nach. Ein CDU-Antrag fordert von der Verwaltung ein Konzept zur Gestaltung der Innenstadt, ein Schwerpunkt soll die Unterstützung der Gastronomen bilden. Und dafür kommt besagtes Bundesprogramm quasi wie gerufen, leitete Baubürgermeisterin Kerstin Wolf im Wirtschaftsförderungsausschuss ein. 250 Millionen Euro stehen bundesweit zur Verfügung. Drei Millionen Euro möchte Plauen vom "Kuchen" abbekommen - Eigenanteil 300.000 Euro - und damit elf Maßnahmen auf den Weg bekommen. Bis 31. August 2025 sollten alle Projekte abgeschlossen sein. Bürgermeisterin Wolf sieht das weitere Vorgehen eher pragmatisch: Zunächst gelte es zu sehen, inwieweit Plauen berücksichtigt werde, daher sei es nicht sinnvoll, alle Eigenanteile sofort in den Haushaltsplan einzuarbeiten. Würden weniger Projekte gefördert, blockiere man das Geld für andere Dinge.
Zu den von Stadtplanerin Marie Lorenz elf vorgestellten Projekten gehört unter anderem ein Regionalkaufhaus als eine Art Schaufenster des Vogtlands. Der Idee zugrunde liegen die Hofläden, die sich seit Längerem in ländlichen Gebieten großer Beliebtheit erfreuen. Viele Direkterzeuger hätten das Bedürfnis, präsenter zu sein, auch jene, die größtenteils online verkaufen, sagt Lorenz.
Oheimpassage denkbar
Bestimmte Räumlichkeiten habe man noch nicht im Blick, es könnte sich auch um mehrere leerstehende Gebäude handeln, sagte sie auf Nachfrage und bestätigte, dass sich einzelne Interessenten bereits gemeldet hätten. Auch die Oheim-Passage käme für ein solches Regionalkaufhaus in Frage. Zunächst aber solle eine Machbarkeitsstudie den Bedarf der Regionalerzeuger abklären.
Das zu fördernde Gebiet umfasst südliche Teile der Altstadt sowie den Norden der Bahnhofstraße, beantwortete sie eine weitere Frage.
Als weitere Maßnahmen nannte die junge Stadtplanerin die Erstellung eines innovativen Innenstadtkonzeptes mit Schwerpunkt Mobilität und Digitalisierung, sowie eine Planungsstudie zur besseren Erreichbarkeit der Innenstadt - hier soll der Fokus auf E-Mobilität gerichtet sein. Des Weiteren soll ein so genannter Verfügungsfond zur Förderung diverser Kleinprojekte zur Belebung der Innenstadt geschaffen werden -Beleuchtung, Bepflanzung, Gestaltung von Baulücken und vieles mehr. Ein Innenstadtverantwortlicher, der Netzwerke knüpft, Info-Veranstaltungen und Workshops organisiert, soll die Fäden in der Hand behalten.
"Ausprobiergeschäfte"
Als weitere Möglichkeit wurde die vorübergehende Anmietung leer stehender Räume genannt. Für maximal zwei Jahre wird Interessenten die Miete gefördert - für Showräume, Bürgerwerkstätten aber auch "Ausprobiergeschäfte" für ein Einsteiger. Lorenz bezeichnete derartige Räume als "Schaufenster für Kunst, Kultur und Handel".
Im Innenstadtmarketing geht es unter anderem um die Etablierung innerstädtischer Lieferdienste und die Installierung virtueller/digitaler Guides durch die City. Für den größten Teil der für 2023 geplanten Maßnahmen werden die Eigenanteile entsprechend eingeplant.