Regenten spielen wieder vereint zur Museeumsnacht

Live-Musik der Regenten aus den 60ern gewürzt mit einer Ausstellung zur Tanzmusikszene, Plauener Geschichte zum Anfassen, und Karten zum Selbstdrucken, einen Schallplatten-Flohmarkt und Marschverpflegung für einen langen Abend - das alles bot die Druckstube in der Antonstraße.

Plauen - Dichtes Gedränge herrschte zunächst in den Räumen des kleinen Museums. In der Druckstube beugten sich die Köpfe über die Alben mit Fotos aus verschiedenen Zeitepochen Plauens. Wenige Schritte weiter - wenn es denn ging - hatten sich die Druckerei-Oldies Klaus Gruber, Wolfgang Grimm, Peter Eichelkraut, Karl-Heinz Hafner und Peter Heckel die Besucher um sich gescharrt, um ihnen Einblicke in alte Techniken des Buchdrucks zu geben. Und wer wollte, konnte unter fachmännischer Anleitung selbst an der Presse ein Erinnungsmotiv drucken. Die elfjährige Eva Döring war begeistert von den Exponaten und druckte für ihre Oma die Kloßfrau im Scherenschnitt. "Es ist toll hier", sagte die junge Plauenerin. Adrian Liebig hingegen interessierten die größten Lettern zum Drucken. Peter Eichelkraut, der gelernte Buchdrucker, erklärte, dass diese aus Holz gefertigt und für den Plakatdruck gedacht waren. Inzwischen drängten sich die nächsten Besucher in den kleinen Raum.

Also hinaus in den Hinterhof. Auch dort hatte Druckereibesitzer Joachim Ott gemeinsam mit vielen Helfern zur Nacht der Museen eine Menge vorbereitet. Auf Wäscheleinen baumelten große Ausstellungstafeln mit Impressionen aus der Tanzmusikszene in den 60er und 70er Jahren. Und wer aufmerksam um sich blickte, konnte Gesichter der Fotos im Rund der Besucher wiederentdecken. Oder sich von den ins Alter gekommenen Jugendlichen von einst so manche Episode erzählen lassen. Geschwelgt in Erinnerungen wurde auch beim Auftritt der "Regenten", die nach 41 Jahren statt der geplanten einen für fast zwei Stunden auf der Bühne standen. Auf ihren alten Instrumenten spielten die Plauener Urgesteine der Beatmusik als hätten sie nie aufgehört. Die mehr als 350 Zuhörer waren begeistert. Und auch Frontmann Gert Heidenreich, der gemeinsam mit Rüdiger Kind, Achim Hartung und Thomas Rentsch 30 Titel in den vergangenen zwei Monaten einstudiert hatte. "Wir haben schon länger geplant, wieder zusammen aufzutreten. Nun hat Otti den Anstoß gegeben, es hat riesigen Spaß gemacht, wieder die Lieder von damals, die durch die Beatles und Stones geprägt waren, zu spielen. Zu unserer früheren Erkennungsmelodie ,Blauer Express' haben ja schon die ersten mitgetanzt. Super. Vielleicht machen wir noch ein weiteres Projekt zu unserer Zeit als ,Inspiration' und studieren noch 20 Titel der 70er Jahre ein", sagte der heutige Chef von Minimax.

Mit seinen Schallplatten-Flohmarkt hatte Heinz Tonndorf zahlreiche Interessenten angelockt. Und vollauf zu tun hatten alle fleißigen Helfer auch in der Küche beim Broteschmieren. Weit mehr als 600 Besucher zählte Ott am Abend. "Das ist der Wahnsinn", sagte er sichtlich zufrieden, dass die Idee "Bitte ein Beat" so hervorragend ankam. "Der Erfolg hat aber viele Väter - und deshalb gehört ein großes Dankeschön allen, die mitgeholfen haben. Nach einer kurzen Nacht ging es am Sonntag mit dem Aufräumen weiter.