Rechter Verein "Weisse Wölfe" verboten: Razzia in Treuen

Eine Diktatur nach dem Vorbild des Nationalsozialismus - war Ziel des rechten Vereins "Weisse Wölfe Terrorcrew". Am Mittwoch wurde er verboten.

Razzia gab es auch in Treuen. Berlin/Treuen - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte den Verein am Mittwoch verboten. Bei Durchsuchungen in zehn Bundesländern seien neben Datenträgern, Bekleidung und Propagandamaterial auch Waffen wie Wurfsterne, eine Armbrust und Kleinkaliberwaffen gefunden worden, sagte de Maizière. In Sachsen ist Mittwochmorgen auch in Treuen die Wohnung von Kevin P. durchsucht worden. Der aus Ellefeld stammende P. ist Sektions-Chef der "Weissen Wölfe" in Sachsen und arbeitet als Security-Mann in Zwickau.

Laut Bundesinnenministerium sind die rechten Gruppierungen untereinander bestens vernetzt. Die Linke-Landtagsabgeordnete Kerstin Köditz äußerte Unverständnis, warum man mit dem Verbot so lange wartete: "Spätestens seit 2014 waren mutmaßliche WWT-Mitglieder auch in Sachsen aktiv, dem Vernehmen nach zunächst im Raum Zwickau und dem Vogtlandkreis. Alarmierend sind die Ausmaße der bundesweit vernetzten Gruppierung, auf deren Gefahren bereits seit Jahren hingewiesen werden."

Der "harte Kern" des Vereins umfasse rund 25 Personen, der Rädelsführer stammt aus Hamburg. Wie viele Sympathisanten und Mitglieder die Vereinigung hatte, sei noch nicht klar. De Maizière sprach von einem deutlichen und starken Zeichen gegen den Rechtsextremismus und von einem weiteren wichtigen Schritt gegen Hass und Hetze in Deutschland. Die WWT habe sich offen zu den Werten des Nationalsozialismus bekannt und Gewalt auf die Straße getragen. Ziel waren politische Gegner, Zuwanderer, Flüchtlinge und Polizisten.

"Wir werden nicht tatenlos zusehen, wenn Neonazis gegen unsere Gesetze verstoßen", sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). Die Justizminister aus Bund und Ländern beraten am Donnerstag in Berlin über die Konsequenzen aus dem starken Anstieg rechtsextremer Gewalttaten. So wurden 2015 mehr als 1.000 Angriffe auf Asylheime gezählt. Bereits im Januar hatte der Innenminister die rechtsextremistische Internetplattform Altermedia verboten.

Die "Weisse Wölfe Terrorcrew" war seit 2011 vor allem in Hamburg aktiv. Seit 2014 breitete sich die Vereinigung bundesweit aus und versuchte unter anderem durch Rechtsrock-Konzerte szeneintern Aufmerksamkeit zu erlangen. Entstanden ist der Zusammenschluss von Neonazis und Angehörigen der Skinhead-Szene aus einer 2008 gegründeten Fangruppe der rechtsextremistischen Band "Weisse Wölfe". Bereits voriges Jahr hatte die Staatsanwaltschaft Bamberg gegen WWT-Mitglieder ein Ermittlungsverfahren wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung eingeleitet. Zwei Beschuldigte sitzen in U-Haft. va