Rebesgrün: Meisterschaften im Wasserrutschen

Die Sächsische Meisterschaft im Wasserrutschen am Samstag und die Deutsche Meisterschaft am Sonntag in Rebesgrün gingen reibungslos über die Bühne. Wenig Reibung ist die Grundlage des Erfolgs.

Auerbach/Rebesgrün - Ralf Voigtländer, der Schwimmmeister vom Waldsportbad Rebesgrün, konnte am Sonntagabend strahlen. "Bei dem von mir patentierten Wettkampf im Wasserrutschen kommt es auf möglichst wenig Reibung an. Die Teilnehmer benutzen dazu die unterschiedlichsten Techniken", sagt Voigtländer. Die von ihm vor 22 Jahren ins Leben gerufene Meisterschaft im Wasserrutschen sollte nicht nur sportliches Event werden, sondern auch zur Gaudi der Badegäste beitragen.

Mit Organisationstalent und jeder Menge Kreativität hatte der rührige Schwimmmeister einiges auf die Beine gestellt. Vor allem die riesigen und durchsichtigen Bälle, so genannte Wasserläufer, bekamen ihren Zuspruch. "Die Bälle sind eine Idee aus Amerika. Sogar ein erwachsener Mensch hat darin gut Platz und kann damit quasi übers Wasser laufen", erklärte der Schwimmmeister. "Mit den Wassertretern kann man prima koordinierte Bewegungen üben. Das kommt auch Tänzern zugute", sagt Voigtländer.

Während die Badbesucher über das Wasser liefen, konzentrierten sich die Teilnehmer der Wasserrutschmeisterschaft auf ihre sportlichen Aktivitäten. "An der Sachsenmeisterschaft haben 39 Rutscher teilgenommen", so Ralf Voigtländer. Es galt, die 75 Meter lange Rutsche in möglichst hohem Tempo zu passieren. Jeder Wasserrutscher wurde sekundengenau ausgemessen. "Da haben wir die beste elektronische Zeitmessung, die zu haben war, aufgebaut" betonte Bademeister Voigtländer. Auf einer großen Leuchttafel wurden die Ergebnisse für alle Zuschauer sichtbar gemacht. Bei mancher angezeigten Messung ging ein Raunen durch die Zuschauer. Geschwindigkeiten von rund 25 Stundenkilometern waren keine Seltenheit - und dies nur in Badehose oder Bikini. Das warme Sommerwetter und 26 Grad Wassertemperatur machten das Ganze zum Vergnügen.

Die Wettkämpfe verliefen diszipliniert, fair und exakt. Vor allem der Auerbacher Kevin Liebehentschel sorgte für Beifall. Er schaffte die feuchten 75 Meter in sagenhaften 11,486 Sekunden und belegte damit Platz eins der Sachsenmeisterschaft. Bei den Frauen schaffte es Yvonne Zimmer aus Rebesgrün mit 12,588 Sekunden auf das Siegertreppchen der Sachsenmeisterschaft, den Jungen (unter 18) Justin Unterdörfer aus Auerach und den Mädchen Sabina Keßner aus Berlin.

Das Prominentenrutschen sorgte dagegen weniger für Bestzeiten, die mutige Teilnahme war entscheidend. Vogtlands Ultra-Sportler Frank Trtschka rutschte zwar mit viel Show durch die Rinne, "die Zeit möchte ich aber nicht in der Presse lesen", forderte der sportliche Mann. Spitzenturner Ivan Rittschik (KTV Chemnitz) wagte sich auf die Rutsche, lag aber jenseits der 13 Sekunden. Clever verhielt sich Auerbachs Oberbürgermeister: "Ich habe meine Badehose vergessen, da kann ich nicht ins Wasser. Dafür übernehme ich die Siegerehrung", so Manfred Deckert.