Razzia bei Drogen-Boss in Auerbach

Großrazzia im Ruhrgebiet und in Auerbach: Vier dem deutschlandweit agierenden libanesische Drogen-Händlerring angehörende Brüder hat die Polizei am Montag festgenommen. Das sich als "Patron" bezeichnende Familienoberhaupt, ein 32-Jähriger mit libanesischen Wurzeln, lebte in Auerbach.

Auerbach/Bochum - Schon Monate lang habe die Bochumer Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die der organisierten Kriminalität angehörenden Libanesen ermittelt - und nun zugeschlagen, sagt der Bochumer Polizeisprecher Volker Schütte. In den Altbundesländern macht der sogenannte MIRI-Clan seit den 80er Jahren von sich reden; anfangs im Raum Bremen, dann auch im Ruhrgebiet, in der Hauptstadt - und nun auch in den neuen Ländern.

Illegale Geschäfte in den Bereichen Prostitution, Waffen-, Medikamenten- und Drogenhandel sind der Alltag dieses Clans, dem inzwischen deutschlandweit um die 1.000 Menschen angehören soll. Vier davon sind den Ermittlern am Dienstag nun ins Netz gegangen.

Drei in Bochum lebende Brüder, 22, 28 und 30 Jahre alt, sowie das sich in Auerbach niedergelassene Familienoberhaupt (32) stehen im dringenden Verdacht des gewerbs- und bandenmäßigen Handels und Einfuhrschmuggels von und mit Kokain und Marihuana. Auf Grund von Hinweisen auf eine mögliche Bewaffnung waren mehrere Spezialeinsatzkommandos in den Einsatz eingebunden. Auch in Auerbach waren Bochumer Beamte im Einsatz, gaben den sächsisch-vogtländischen Kollegen Amtshilfe bei der Razzia der dortigen Wohnung.

Zehn Wohnungen wurden bei der Razzia insgesamt durchsucht. Sieben in Bochum, je eine in Herne, Essen und Auerbach. "Gegen 7.30 Uhr begannen die Durchsuchungen in Bochum und Herne, in Essen sowie in Sachsen. Wenig später klickten die Handschellen", heißt es in der Pressemitteilung von Bochums Polizei und Staatsanwaltschaft. Gegen die vier festgenommenen Brüder vollstreckten die Beamten Haftbefehle des Amtsgerichtes Bochum - der Mann aus Auerbach wurde nach Bochum geflogen. Er ist jetzt in U-Haft.

Schon seit längerem machte der Bochumer MIRI-Ableger durch Drogengeschäfte und Gewaltdelikte auf sich aufmerksam. Immer wieder waren dabei ein Bochumer Kiosk sowie eine Shisha-Bar Anlaufpunkt und Anbahnungsort für Drogengeschäfte. Der Mann aus Auerbach sei an sächsisch-vogtländischen Gerichten ebenfalls bekannt. Eine Liste von Drogendelikten, Freiheits- und Bewährungsstrafen liegen vor. In der Vergangenheit wurden bei den Brüdern bereits Kleinmengen von Betäubungsmitteln sichergestellt.

Auch gelang der Nachweis des Einfuhrschmuggels von fünf Kilo Marihuana, die für Abnehmer in Sachsen bestimmt waren. Auch Kokain in nicht geringer Menge wurde in das Absatzgebiet des ältesten und vierten Bruders der Familie transportiert. Daneben betrieb die Bande einen schwunghaften Drogenhandel im Raum Bochum.

In größerer Gruppe traten die Brüder zu Silvester 2018 vor einer Bochumer Discothek auf. Als den Männern durch die Security der Zutritt verwehrt wurde, fuhr man mit zwei Autos und in die Luft gehaltener Schusswaffe auf den Türsteher zu und verletzte ihn.