Raubvögel fliegen zu prächtigen Blüten

Einige tausend Besucher lockte am Wochenende das zweite Rhododendronfest nach Bad Elster.

Von Steffen Adler

Bad Elster - Nach der Premiere im vorigen Jahr erwies sich ein Besuch im farbenprächtigen Blumenmeer erneut als Erfolg für die Organisatoren, auch wenn die Rhododendron-Büsche im Kurpark wetterbedingt nicht ganz so prächtig in Blüte standen wie im Vorjahr. Dem Ansturm von Besuchern tat dies keinen Abbruch, welche pausenlos durch den Park zwischen Badeplatz und der Kunstwandelhalle flanierten. Hauptattraktion war ein Garten- und Naturmarkt mit Angeboten vom Samen über Blumen und Kräutern bis zu Beet- und Rabattstauden sowie auch dem passenden Gartenmöbel. Zudem konnten nicht nur Pflanzen aller Art mit nach Hause genommen werden, bot doch der Naturmark vieles andere: Honig, Kräuter und Gewürze, kreativen Schmuck und Holzkunst bis zu Keramik, Filzprodukten und Wolle. 
Über die Vielfalt der Rhododendren im Kurpark, ihre unterschiedlichen Blütezeiten zwischen Januar und August,die Arten und ihr Alter informierte Gartenbaumeisterin Elke Sternitzky. Zwischen 100 und120 Jahre alt sind die meisten der bis zu 200 Arten. Sie können bis vier Meter hoch wachsen. Gleich zu mehreren Rundgängen lud die erfahrene Gartenbaumeisterin ihre Gäste ein. "Wir haben schon sehr vieles versucht, aber leider ohne Erfolg", berichtet sie über die Spuren der Verwüstung durch Wildschweine. Die von den Schwarzkitteln in den Anlagen angerichteten Schäden werden von den Kurpark-Gärtnern in mühsamer Arbeit immer wieder beseitigt. Den fleißigen Betreuern der Anlagen wurde der Erlös aus dem Verkauf von kleinen hölzernen Frischlingen in Höhe von 355 Euro übergeben, die von dem Holzgestalter Heiko Fuhrmann angefertigt und verkauft wurden. Zuvor versuchte sich Elke Sternitzky unter dem Motto "Wald ja, Park nein!" vor den Holzfrischlingen als Schulmeisterin. Ob auch der Duft von Wildschweinbraten am Spieß oder eventuell die prächtigen Alpakas im Streichelzoo den heimlichen Herrschern des Unterholzes künftig eine Warnung sein sollten, wird sich zeigen. Zumindest haben einer Zeitungsmeldung zufolge die Bewohner eines Heidelberger Stadtteils - da ein Jagdrecht in ortsnahen Gebieten sehr schwierig ist - mit Alpakas die Wildschweine auf natürliche Weise vertrieben, indem die großen Tiere sich in einer Herde bedroht fühlend, erfolgreich den Wildschweinen entgegen stellten und so die Wildschweinplage eingedämmt werden konnte. Neben einer kulturellen Umrahmung mit facettenreichen Darbietungen von Blasmusik bis Evergreens erwies sich eine Flugshow der Plauener Falknerei Herrmann unter anderem mit Schleiereulen, Falken und Seeadlern als großer Besuchermagnet, bevor eine Oldtimerpräsentation des Vogtländischen Oldtimer-Club Oelsnitz mit Prämierung auf dem Programm stand. In bewährter Weise gab es ein Gewinnspiel, bei dem neben dem Hauptgewinn, einem Wochenende mit E-Golf aus dem VW Autohaus Schüler, Gutscheine für einen Tag in der Soletherme sowie Massagen in den Staatsbädern verlost wurden. Zum Fest trugen ein Blüten-Malkurs unter der Leitung von Wolfgang Röh für kleine und große Besucher sowie Ponykutschfahrten, Karussellbetrieb und eine Bastelstraße und Kinderschminken bei.