Rasch runter in Rebesgrüner Rinne

Ralf Voigtländer, der Bademeister vom Waldsportbad Rebesgrün, konnte am Sonntagabend strahlen. Sowohl die Sächsische Meisterschaft im Wasserrutschen am Samstag als auch die Deutsche Meisterschaft am Sonntag gingen buchstäblich reibungslos und mit jeder Menge Badespaß über die Bühne. "Bei dem von mir patentierten Wettkampf im Wasserrutschen kommt es auf möglichst wenig Reibung an. Die Teilnehmer benutzen dazu die unterschiedlichsten Techniken", erklärte Ralf Voigtländer.

Mit Organisationstalent und jeder Menge Kreativität hatte der rührige Bademeister einiges auf die Beine gestellt. Vor allem die riesigen und durchsichtigen Bälle, so genannte Wasserläufer, fanden Zuspruch. "Die Bälle sind eine Idee aus Amerika. Sogar ein erwachsener Mensch hat darin gut Platz und kann damit quasi übers Wasser laufen", erklärte Sascha Vrecar, der die Bälle zur Verfügung stellte. Eigentlich sei er ja ein Tanzlehrer, "mit den Wassertretern kann man koordinierte Bewegungen üben. Das kommt auch Tänzern zugute", erklärte der Rodewischer.

Während die Badbesucher über das Wasser liefen, konzentrierten sich die Teilnehmer der Wasserrutschmeisterschaft auf ihre sportlichen Aktivitäten. "An der Sachsenmeisterschaft haben 70 Rutscher teilgenommen", so Ralf Voigtländer. Es galt, die 75 Meter lange Rutsche in möglichst hohem Tempo zu passieren. Jeder Wasserrutscher wurde sekundengenau ausgemessen.

"Da haben wir die beste elektronische Zeitmessung, die zu haben war, aufgebaut" betonte Voigtländer. Auf einer Leuchttafel wurden die Ergebnisse für alle sichtbar gemacht. Bei mancher Messung ging ein Raunen durch die Zuschauer. Geschwindigkeiten von rund 25 Kilometer pro Stunde waren keine Seltenheit - und dies nur in Badehose oder Bikini.

Das warme Sommerwetter und das durch eine Solaranlage wohltemperierte Wasser machten das Ganze zum Vergnügen. Sogar aus Berlin waren Freizeit-Rutscher angereist. Mike Keßner war mit einer ganzen Truppe fröhlicher Leute extra aus der Hauptstadt ins Vogtland gekommen. "Das machen wir schon seit ein paar Jahren. Die Teilnahme an der Rebesgrüner Meisterschaft gehört zum festen Bestandteil unseres persönlichen Sportkalenders. Schließlich gibt es so etwas nur hier im Vogtland. Der pfiffige Bademeister hat sich nämlich die Idee der Meisterschaft patentieren lassen", erklärte Mike Keßner.

Die Wettkämpfe verliefen diszipliniert und fair. Vor allem der Rodewischer Sven Schiessl sorgte für Beifall. Er schaffte die 75 Meter in sagenhaften 11,888 Sekunden - Sachsenmeister. Bei den Frauen schaffte es Julia Zeh aus Auerbach mit 12,045 Sekunden auf das Treppchen.