Rampa Zampa auf der Rampe in der Röste

Plauen - Sie heißen Mojo Man, Mikroboy, Pitchtuner, Freddy Fischer, Babyaga oder 333 und versprühen allesamt die Wucht und Hingabe einer jungen Generation von Musikformationen dieses Landes, die sich auf der Bühne aufreiben, hart und erfrischend arbeiten, etwas drauf haben mit ihren Stimmen und Instrumenten, Freude pur versprühen und Kraft beweisen, mit der man (noch) die Welt einreißen kann.

 

Die Bühne zu deren Shows, ausgefeilten und auch mal roh klingenden Songs lieferte am Wochenende zum vierten Mal das Plauener Kulturzentrum "Alte Kaffeerösterei" - das Festival "Rampa Zampa" zeigte einen bezaubernd-charmanten Querschnitt musikalischen Schaffens weit entfernt von Mainstream und Dudelradio.

Nebenbei bot die Röste am Samstagnachmittag noch einige Stunden Spiel und Spaß für Kinder und Familien an. Und mit der Mobilen Jugendarbeit Plauen wurden Informationsstände, eine Podiumsdiskussion, ein Skateboardevent und Kabarett zur Auflockerung geboten. Dann wurde es Abend und die Fans - es waren leider kaum 200 - hatten ihre helle Freude an der Livemusik.

In die Magengegend drückte der Bass, der aus der wuchtigen Anlage gen Publikum edel schepperte. Sauber klangen die Vokale, die Drums, Einspieler und alles weitere Instrumentarium, den guten Ton, das schöne Licht plus Nebel besorgte Sound-Mann Kevin Thiel, der mit den anderen Helfern und Mitstreitern der "Röste" sich zwei Tage und Nächte aufopferte, ein gelungenes Kunsttreffen auf die Beine zu stellen. So sorgten sich Freitagnacht die Plauener Fans der Bands Mojo Man und 333 nicht um den Regen, der sich unbarmherzig auf die Pflastersteine und Besucher an der Rampe der Röste ergoss. Die Bands boten satten Rock, Blues und schrägen Punk mit eingängig klingenden Melodien - die Plauener Schule sozusagen. Das lobte das Publikum mit Tanzen im Nass.

Der Samstag wurde zum Schaulaufen der "Zugereisten" - von Babayaga, Roovers bis zu eben den Mikroboys aus Mannheim. Deren Sänger Michi Ludes? Stimme klang, ja genau, wie die von Purple Schulz, seine deutschen Texte klangen hingegen sperriger, frecher und der Klang der Lieder fetter und saftiger. Das Festival zündete, die Leute feierten und freuten sich. "Mensch, die Röste, der Platz, die Bühne auf der Anlieferungsplattform hier, wie die Leute das dekoriert haben und die Musikauswahl - das ist was der Extraklasse. Leider sind zu wenig Fans da. Man merkt, in Plauen gibt es zu wenig junges und jung gebliebenes neugieriges Publikum", schätzte Besucher Ralf Kepstein ein.

 

Auch für den Vereinschef Andre Schatz war das Event zum einen sehr gelungen, doch er hätte sich mehr Resonanz gewünscht. "Man muss sich halt in Plauen im Klaren sein, dass da nicht die Massen auftauchen und man mit Kultur viel Geld verdient. Doch es macht dennoch sehr viel Laune und was man hier hört, das hat was", fand der Kulturmacher. Und eins ist klar: Die Rösterei wird auch im kommenden Jahr wieder vor die Rampe bitten zu "Rampa Zampa V". va