Radwegbau nach Falkenstein im Rekordtempo

Oelsnitz - In rekordverdächtiger Zeit wird der Radweg zwischen Oelsnitz und Falkenstein gebaut. Groß ist das Interesse am Radwegbau im Vogtland. Zwei Vorhaben wurden Mittwoch im Oelsnitzer Bau- und Planungsausschuss vorgestellt. Projektleiter Friedrich Löschner vom Landratsamt und Jochen Bittner, der Sachgebietsleiter Kreisstraßen, berichteten.

Der Radweg zwischen Oelsnitz und Falkenstein soll noch dieses Jahr auf den beiden letzten Abschnitten ab Lottengrün fertig gebaut werden. Am Dienstag wird die erste Hälfte der Strecke abgenommen. "Wenn das Wetter mitspielt, kann sogar noch Bitumen aufgezogen werden. Es ging unwahrscheinlich schnell", meinte Bittner. Dabei konnte das Landratsamt erst im Juni Planungssicherheit erreichen, nachdem es den Zuschlag für die noch offenen Grundstücke auf dem alten Bahndamm erhalten hatte. In erheblichem Umfang musste Grund von privaten Anliegern erworben werden. Feinarbeit ist jetzt angesagt, die Ausrüstung wird geplant. Schilder sollen gesetzt werden. Schon vor der Freigabe nutzen die Radler rege die Trasse auf und neben dem ehemaligen Bahndamm - die Möglichkeit, auf einem festen Weg mit geringen Steigungen, abwechlungsreiche Landschaft zu erleben. Mehrfach berichtete unsere Zeitung über das Projekt, so auch über die Umfahrung von Margittas Imbiss in Untermarxgrün, die jetzt während der Öffnungszeiten aufgehoben ist. "Aus Kostengründen wurden keine neuen Brücken gebaut", berichtete Bittner.

 

Neue Bauwerke auf die noch vorhandenen Widerlager zu setzen, habe sich auch deshalb als schwierig erwiesen, weil die Bestandsunterlagen der Bahn, die über technische Parameter Auskunft geben könnten, derzeit nicht auffindbar sind. So muss die Trasse den Bahndamm an einigen Stellen verlassen und wird über Feldwege geführt. Von Lottengrün bis Falkenstein stehen noch neun Brücken. Zwei davon sollen zum einen wegen ihres Bauzustands abgebrochen werden, zum anderen, um die notwendige Lichtraumgröße herzustellen. Am Ende des Wegs können Radfahrer über Feldwege die Tour bis Dorfstadt und Siebenhitz fortsetzen.

Der Wunsch, den Bahndamm zum Radweg auszubauen, bestand seit Anfang der 90er Jahre, erklärte Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius. Neben den Kosten stellten sich dem Projekt damals auch Belange des Naturschutzes entgegen. Bei einem Ausbau durch die anliegenden Kommunen hätte man das aktuelle Niveau nicht realisieren können. "Es ist die optimale Lösung", meinte Möbius. Möglich wurde der Bau durch die Mittel aus dem Konjunkturpaket II. Für Ausgleichsmaßnahmen des Naturschutzes, die übers Vogtland verteilt erfolgen, gibt der Landkreis insgesamt 170 000 Euro aus.

Über eine Änderung bei der Planung des Elsterradwegs informierte Löschner. Durch den Ausbau der B 92 in Oelsnitz habe sich eine Parallelführung von Radwegen ergeben, auf die verzichtet wird. Der Elsterradweg führt deshalb im Bereich der Egerstraße entlang durch die Stadt an der Jakobikirche vorbei zum Halbmondgelände, wo eine neue Brücke über die Weiße Elster gebaut wird. Danach geht es auf dem Uferdamm bis zum Elsterwehr, wo eine Flussüberquerung geplant ist. Definitiv nicht gebaut wird eine Brücke über die Seglerbucht an der Talsperre, sagte Löschner. Der weitere Verlauf entspricht der geplanten Trasse über Neue Welt, Dobeneck, Camper-Badestrand, Unterquerung der Autobahnbrücke, Staatsstraße, Göswein und Bahndamm. Bei Pirk verlässt der Elsterradweg Oelsnitzer Gebiet.

Sehr viel komplexer sei der Elsterradweg als sein Pendant, an das er in Taltitz/Neue Welt fast nahtlos angrenzt. Sehr viel mehr Grunderwerb war nötig, größere Abschnitte müssen völlig neu gebaut werden, erklärte Löschner. Die Topografie lässt eine ständige Führung entlang der Elster nicht zu. Vorausgesetzt, Fördermittel fließen, soll der Elsterradweg auf Oelsnitzer Gebiet kommendes Jahr gebaut werden. va