Radonzentrum wie neu

Bad Brambach ist bekannt für seine Radon-Schmerztherapie - seit mehr als 100 Jahren. Jetzt wurde dort ein ein Neubau als Erweiterung des bestehenden Therapiezentrums eröffnet. Das hat sich der Freistaat Millionen kosten lassen.

Von Helmut Schlangstedt

Bad Brambach - Radon ist ein radioaktives Edelgas. In größeren Konzentrationen ist es krebserregend. In niedrigen Dosen kann es jedoch schmerzlindernd bei vielen Erkrankungen wirken. Schon seit hunderten Jahren genießen Quellen den Ruf besonderer Heilkraft - durch Radon, wie man seit 1904 weiß und nachdem dieses Element 1900 entdeckt worden war.
Auch in Bad Brambach gab es drei radonhaltige Heilquellen. 1911 wurde eine weitere mit einer Besonderheit entdeckt, die Neue Quelle, 1912 in Wettinquelle umbenannt und 1914 als Heilquelle anerkannt. Sie besitzt im Gemisch mit Kohlensäure die weltweit höchste Radonkonzentration. Grund, die Wettinquelle mit ihrem Alleinstellungsmerkmal für therapeutische Zwecke zu nutzen.
Neben der 2019 begonnenen Sanierung der Badelandschaft des bestehenden Therapiezentrums begann der Neubau des "Wettinhauses" als Herzstück für Radonanwendungen und schmerztherapeutische Behandlungen. Es ist mit dem Altbau, wo sich auch der Eingang mit Rezeption befindet, mit einem verglasten Bademantelübergang über der Straße verbunden. Rund 22 Millionen Euro investierte hier die Sächsische Staatsbäder GmbH.
Im Beisein zahlreicher geladener Gäste und mit dem sächsischen Finanzminister Hartmut Vorjohann, Landrat Rolf Keil, der Bundestagsabgeordneten Yvonne Magwas und dem Landtagsabgeordneten Andreas Heinz als Ehrengäste, fand auf dem Vorplatz des alten Therapiegebäudes unter kleinen Pavillons die Eröffnung des Wettinhauses statt. Zur Begrüßung der Gäste gab der Geschäftsführer der Staatsbäder GmbH, Gernot Ressler, einen Überblick der Entstehung des neuen Therapiezentrums und dessen Nutzen.
In seiner Rede nannte Finanzminister Hartmut Vorjohann die 22 Millionen Euro mit Konzentration auf die Radon-Schmerztherapie, die keine Nebenwirkungen hätte, eine gute Investition.
Damit würde die über 100 Jahre alte Tradition in Bad Brambach fortgesetzt. Zugleich erinnerte er daran, dass in den vergangenen 30 Jahren rund 250 Millionen Euro in die beiden Standorte Bad Brambach und Bad Elster geflossen seien. Allein von 2008 - 2019 hätte sich der Umsatz der Staatsbäder GmbH verdoppelt.
Die Investitionen rund um die Wettinquelle mit ihrem Alleinstellungsmerkmal seien zugleich eine Stärkung gegenüber der Konkurrenz, sowohl im Nachbarland als auch in Deutschland. Allein hier gäbe es 350 Kurorte. Hinzu käme ein vielfältiges Kulturangebot, sodass Heilbad und Kultur für die Patienten ein Gesamtangebot darstellen würden.
In seinem Grußwort dankte Landrat Rolf Keil dem Freistaat für die umfassenden Investitionen in die Region. Angesichts einer starken Konkurrenz hoffe man nun auf einen Wettbewerbsvorteil. Auch Gastgewerbe und Dienstleister würden profitieren. Außerdem eröffne sich nun eine neue Zukunft in der Zusammenarbeit von Bad Brambach und Bad Elster.
Nach einem interessanten Show-Act mit dem roten "Radonmännchen" mit viel geblasener Luft von unten und immer größeren goldenen und gold-roten Tüchern erfolgte das gemeinsame symbolische Angießen der Wettinquelle als Abschluss des offiziellen Teils. Danach gab es die Möglichkeit zur Besichtigung des Neubaus, die Gernot Ressler für die Ehrengäste und die Medienvertreter persönlich anführte. Nicht fehlen durften außerdem ein leckeres Büffet mit Fingerfood und Getränken nach dem Rundgang in der für den einen oder anderen wohl recht trockenen Luft…