Quo vadis Mühlental?

Die Zukunft von Mühlental als selbstständige Gemeinde oder eingemeindete Ortschaft von Schöneck sorgte für eine bewegte Diskussion zur jüngsten Ratssitzungin Marieney.

Marieney - Spontan wandelte sich die gut besuchte Bürgerfragestunde zum Forum, so dass später der geplante Tagesordnungspunkt zum Thema entfallen konnte. Ärger äußerten mehrere Gemeinderäte aufgrund von Indiskretionen aus nichtöffentlichen Sitzungen über den weiteren Weg von Mühlental. Bürgermeister Dieter Weller sprach dabei Arndt Doll direkt an. Der Zaulsdorf wehrte sich, wer berechtigte Gründe habe, möge ihn verklagen. Gemeinderat Kai Peter regte gar eine eidesstattliche Verpflichtung zur Verschwiegenheit der Gemeinderäte an - was aber bereits in der Gemeindeordnung geregelt ist.

Pro und Contra Eingemeidung

Die Diskussion in Fahrt gebracht hatte die Ankündigung von Bürgermeister Dieter Weller in nichtöffentlicher Sitzung, zur Wahl des Gemeindeoberhaupts 2015 nicht mehr anzutreten. Dies war umgehend in die Öffentlichkeit gelangt. Zwei Optionen habe die Gemeinde nun, kündigte Weller an - die Wahl eines neuen Bürgermeisters - falls sich ein Kandidat findet - oder die Eingemeindung nach Schöneck. Der Bürgermeister erklärte, dass das Zusammengehen mit der Stadt - und deren damit verbundenes Wachstum auf rund 5000 Einwohner - die vom Sächsischen Innenministerium bevorzugte Variante ist. Wer sich eine reichere Braut wünsche, könne sich umsehen, werde aber nicht fündig werden, meinte Weller anspielend auf die Verschuldung von Schöneck.

Mitte Dezember hatte sich der Gemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung mit Cornelia Panzert, der Leiterin der Kommunalaufsicht über die rechtlichen Möglichkeiten informiert. Eine Prämie von 50 Euro pro Einwohner und höheren Schlüsselzuweisungen sind Vorteile der Eingemeindung, beantwortete Weller die Anfragen von Sandro Wilfert aus Unterwürschnitz. Der Beitritt zu Schöneck während der Freiwilligkeitsphase stärke die Verhandlungsposition der Gemeinde. Kai Peter verwies auf den Trend im Vogtland - aus rund 79 Gemeinden wurden durch Zusammenschlüsse etwa 40. Den Grund sieht Peter, weil "das Geld in den Gemeindehaushalten immer knapper wird".

Einwohner Wolfgang Hiller aus Marieney mahnte, "nicht immer nach dem Kadaverprinzip das zu machen, was aus Dresden befohlen wird". In die Diskussion müsse Transparenz gebracht werden, damit sich die Bürger eine Meinung bilden können. Sollte der neue Gemeinderat, der am 25. Mai gewählt wird, gegen den Willen der Mehrheit die Eingemeindung nach Schöneck beschließen, wollen die Mühlentalfreunde um Arndt und Wolfgang Doll eine Bürgerentscheid herbeiführen.

Ortschronist Winfried Taubert aus Unterwürschnitz verwies auf den Willen der Dörfer bei ihrem Zusammenschluss zu Mühlental ein ländliches Gebiet bleiben zu wollen - bewusst in Abgrenzung zur Stadt. Weller kündigte an, dass zum Thema Eingemeindung oder Selbstständigkeit Bürgerversammlungen gebündelt in vier Ortschaften organisiert werden. R.W.