Quartier gesucht für Überlebende des Holocaust

Zehn Holocaust-Überlebende werden im Juli das Vogtland besuchen. Eingeladen wurden sie von Berthold Schaller, der sich einige Mitstreiter gesucht hat. Jetzt werden noch Quartiereltern gebraucht.

Auerbach/Rebesgrün - Berthold Schaller hatte im vergangenen Jahr miterlebt, wie schon einmal 30 Überlebende jener schlimmen Zeit hier aufgenommen wurden. Weil es so gut ankam, haben sich jetzt erneut sechs Personen daran gewagt, nochmals eine solche besondere Besuchstour zu planen. Vom 3. bis zum 14. Juli werden drei Ehepaare, vier Einzelpersonen und ihre Reiseleiterin aus Israel ins Vogtland kommen. Der Terminplan ist schon gut gefüllt. Sie werden zahlreiche Schulen besuchen und dort als Augenzeugen aus ihrem Leben berichten.

Gleichzeitig sollen sie das Vogtland kennen lernen. Ein Besuch in Dresden beim Landtag gehört allerdings ebenso dazu wie Gottesdienste, Sabbatfeier und ein öffentlicher Begegnungsabend im Ratskeller in Rodewisch. "Wir halten es für wichtig, dass die Schüler die Möglichkeit bekommen, diese Zeitzeugen zu erleben. Das wird aus biologischen Gründen nicht mehr lange möglich sein", begründet das Ehepaar Maria und Christian Streicher aus Grünbach sein Engagement.

"Dieses Volk hat genug Leid erlebt. Darum wollen wir ihnen für einige Tage etwas Gutes tun", sagen Christine und Hartmut Hauk aus Wernesgrün. Wolfgang Thieme fühlt sich als Christ angesprochen. "Wir sollen den Juden Gutes tun", betont er und verweist auf die Bibel. Berthold Schaller ist noch von den Begegnungen im vergangenen Jahr beeindruckt: "Unter den Gästen war ein Mann, der eigentlich nie wieder ins Land der Feinde reisen wollte. Bei der Abreise sagte er, dass er nun Freunde hier hat."

Soweit sind die Vorbereitungen schon gut gelaufen. Gesucht werden noch Gastgeber für sechs Personen. Die Besucher sollen in Privatquartieren untergebracht werden. Neben einem Gästezimmer bekommen sie dort Frühstück und Abendessen. Die Gastgeber sollten auch ein Auto besitzen und möglichst das Besuchsprogramm begleiten. Dafür wird es auch nötig sein, einige Worte in russischer Sprache zu beherrschen. Auf die wichtigsten Vokabeln werden die Gastgeber bei einem Vorbereitungstreffen hingewiesen.

Service

Nähere Informationen zum Besuch der Holocaust-Überlebenden und den gesuchten Quartieren über Berthold Schaller: 03744 183788