Quartett bewirbt sich in Rodewisch

Kerstin Schöniger (CDU), Holger Liebold (SPD), Lothar Jahn und Katrin Weck (beide Einzelkandidaten) wollen am 4. März gewählt werden. Vorgestellt hat sich das Quartett am Mittwoch den Wählern. Der Ratskellersaal war mit über 200 Bürgern fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Durch die Runde führte Dietmar Hüllebrand vom JV Ippon.

Schon nach der Aufwärmrunde war klar, welche Vita die Kandidaten mitbringen, wie sie ticken, welche Prioritäten sie setzen. Einen klaren Vorsprung in Sachen Verwaltungsarbeit und -recht ließen Lothar Jahn und Kerstin Schöniger erkennen, denn beide arbeiten seit Jahren im Rathaus, sind so zusagen Kollegen.

Schöniger als Sachbearbeiter im Hauptamt, Jahn im Schul- und Kulturamt und als Pressesprecher. Während Jahn im Sitzen zu seinen Bürgern sprach, ging Schöniger unbefangen in die Reihen und hielt den Rodewischern das Mikro unter die Nase. Rhetorisch ausgefeilt, betrieb sie mit den Bürgern ein Zahlenspiel, ließ raten, ob sie wissen, wie viele rein Rodewischer Babys im neuen Jahr geboren wurden (nur 1!) und wie viele Arbeitsplätze die Stadt bereit hält (3500!).

Schönigers Anliegen war, die Rodewischer für den erschreckenden Bevölkerungsschwund, für Wohnungsleerstand und das schlechte Angebot attraktiver Wohnungen zu sensibilisieren. Holger Liebold und Katrin Weck, beide in der Versicherungsbranche tätig, wollen den Senioren mehr Beachtung schenken - durch einen Seniorenbeirat oder den Bau eines "Seniorengartens". Auch die noch agile Rentner-Generation solle nach Wünschen Wecks mehr eingebunden werden. Der Bürgermeister sei an erster Stelle Dienstleister - so wolle sie das Rathaus künftig verstanden wissen.

Ein Bürgerbüro mit freundlichen Öffnungszeiten (auch Samstag) stand auf der Agenda aller Kandidaten. In der spontanen Fragerunde zeigte sich, wie schlagfertig und kompetent die Kandidaten sind. Eher ratlos reagierten alle auf die Frage, ob es in Rodewisch je wieder ein Bad geben wird.

Auch die bevorzugte Einstellung von Feuerwehrangehörigen in der Verwaltung wagte keiner, eindeutig zu beantworten, genauso wenig, ob und mit wie viel Geld die Kernverwaltung künftig die Ortsteile Rützengrün und Röthenbach bedenken mag. "Zusammenarbeit ja - ein Zusammengehen nein" war die Antwort aller unisono auf das Thema "Göltzschtalstadt".

Eine Lanze für den Hort, dessen Fortbestand an der Schillergrundschule ungewiss ist, brach Holger Liebold, der als Vater selbst von dem Problem betroffen ist. "Wenn ein Pfeng übrig ist in der Stadt, dann gehört er den Kindern."

Wegzug, zu wenig Gewerbeansiedlung, schwindende Fördermittel, Schulden: Ein jeder der Kandidaten versicherte, zu wissen, auf welch schwieriges Terrain sie sich begeben, baten aber trotzdem die Bürger, ihr Kreuz am 4. März an die richtige Stelle zu setzen.