Quadro Nuevo fasziniert Publikum

Auerbach - Quadro Nuevo in Auerbach. Das geniale musikalische Quartett vom Chiemsee präsentierte am vierten Advent in der Drei-Türme-Stadt Weihnachtsmusik vom Feinsten.

 

Eingeladen von der Vogtland-Kultur-GmbH, spielten die Künstler diesmal nicht in der Göltzschtalgalerie sondern in der großen Stadtkirche St.Laurentius. "Uns war klar, dass die rund 150 Sitzplätze in der Galerie nicht reichen würden. Da haben wir uns gleich in die große Kirche einquartiert", erklärte die Leiterin der Göltzschtalgalerie Romy Koglin. Und dies war richtig, schließlich besuchten rund 400 Gäste aus dem Vogtland, aus Bayern, Thüringen und sogar Berlin das Konzert.

Quadro Nuevo, dass sind Künstler, die in kein Klischee passen. Sie selbst nennen sich auch die Zigeunercombo mit dem Feuer in der Musik. Temperamentvoll, mit Klarinette, Akkordeon, Schlagzeug, Akustikbass und der Harfe, entführte Quadro Nuevo das Publikum in eine orientalisch-exotische Klangwelt. Die Musiker sind weltgewandt (Quadro Nuevo gab seit 1996 über zweitausend Konzerte quer durch Europa), spielen Tango, Valse Musette, Arabesken, Flamenco und liebevoll umgesetzte Weihnachtslieder.

Die Auftrittsorte der vier Musiker sind so verschieden wie die Wurzeln ihrer Musik: Die nostalgisch-akustische Besetzung ist nicht nur in Konzertsälen und auf Festivals zu Gast. Die spielsüchtigen Virtuosen reisen als Straßenmusikanten durch den mediterranen Süden und fordern als nächtliche Tango-Kapelle zum Tanz. Drei Herren (Mulo Francel, D.D. Lowka, Andreas Hinterseher) und eine Frau (Evelyn Huber) rekrutieren die Band. Vor allem Frau Huber faszinierte. Die Musik-Professorin sorgte mit ihrem gekonntem Harfespiel für Gänsehautfeeling beim Publikum. Alle Töne, die zu hören waren, spielte die Combo selbst. Technische Unterstützung (außer Mikrofone) gab es keine. Manches klang so ungewohnt, dass skeptische Besucheraugen nach dem elektronischen Keyboard auf der Bühne suchten.

"Wir machen unsere Musik ohne technischen Schnickschnack und garantiert ohne Elektronik", erklärte Mulo Francel, der mit seinem Klarinettenspiel und dem Saxophon den musikalischen Mittelpunkt darstellte. Grandios war die Akustik in der St.Laurentiuskirche, dem Kirchenmusikalischen Zentrum des Vogtlandes. Auch die optische Umrahmung fand Anerkennung. Federführend hierfür waren Ronald, Uli und Rolf vom Techniker-Team der Vogtland-Kultur-GmbH aus Reichenbach.

Einige Zuhörer gehörten zu den echten Fans der Gruppe. So Maik Schäfer, der extra aus Ansbach in Bayern nach Auerbach gekommen war. "Die Musik ist einmalig, sie ist kaum im Radio zu hören, die Quadro Nuevo CD?s sind heiß begehrt und die Konzerte fast immer ausverkauft", so Schäfer. Der junge Mann reist den Auftritten der Band regelrecht hinterher und ist immer wieder begeistert. Vor allem die exotischen Klänge der Gusle, einem Zupfinstrument und der kleinen Trommel Tarabuka faszinieren ihm bei dieser tollen Musik . Über zwei Stunden erspielte sich Quadro Nuevo die Sympathien und Herzen ihres Publikums. Ganz schnell war am Konzertende auch der CD-Koffer der Combo leergekauft. Schließlich sollte man diese Musik doch einfach immer wieder hören können.  H.H.