Pyramidenfichten retten

Seit Mitte 2019 ist bekannt, dass die 130 Jahre alten Pyramidenfichten im Triebtal vom Borkenkäfer befallen sind. Der Staatsbetrieb Sachsenforst in Plauen möchte die alten Bäume erhalten und hat sie über ein Jahr beobachtet.

Von Gabi Kertscher

Pöhl - "Solange die landschaftsprägenden Fichten keine Gefahr für Wanderer darstellen, werden sie nicht gefällt", erklärte Revierleiter Nick Schubert. Aufgrund des hohen Alters haben die Bäume eine fast zehn Zentimeter starke Borke und der Käfer dringt nicht so schnell zu Kern vor. Das könnte die Rettung für die Nadelbäume sein.
Die Fachleute hoffen auf den Abwehrmechanismus der Bäume. Durch Ausharzen könnten sie sich vom lästigen Käfer befreien. Zurzeit geht keine Gefahr von den winzigen Tieren aus. Im Oktober befliegen sie die Fichten und überwintern. Wenn es draußen wieder wärmer wird, fliegen sie aus, und schädigen die anderen Bäume.
Im Triebtal wurden im März 2020 viele kranke Bäume gefällt. Der Sachsenforst pflanzt keine neuen. Die Natur soll sich selbst erholten. Der starke Befall durch den Buchdrucker (Borkenkäfer) sehen die Fachleute als Chance, das Triebtal dahin zu bringen, wo es eigentlich erst in einigen Jahren sein sollte. Die Aufforstung mit einheimischen Pflanzen geschieht selbstständig. Dabei wird auf ein ausgewogenes Spiel zwischen Sonne und Schatten geachtet. Das gesamte Triebtal und die angrenzenden Areale sind Naturschutzgebiet und Fauna-Flora-Habitate.
Jeder Eingriff in die Natur muss bei der Unteren Naturschutzbehörde und der Gemeinde Pöhl angezeigt werden. Ein weiterer Baumschädling macht dem Revierförster große Sorgen. Einige der Nadelbäume sind bereits von der Schwarzen Holzarmeise so stark geschädigt, dass ein sicherer Stand geprüft werden muss. Die Ameise befällt bereits vorgeschädigte Bäume und frisst sich vom Boden aus im Inneren des Stammes nach oben. Dabei hinterlässt sie morsches Holz, dass zwischen den Fingern zerrieben werden kann. Fast wöchentlich kontrollieren die Mitarbeiter des Staatsbetriebes Sachsenforst ihre Wälder. "Wir haben die Verkehrssicherungspflicht und Verantwortung auch für die Wanderwege", ließ die Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit, Ines Bimberg wissen.
In diesem Zusammenhang berichtete sie, dass in den letzten Jahren fünf schwere Holzbänke aufgestellt worden. Diese passen sich gut in das Landschaftsbild ein und bieten an besonders interessanten Orten Rastplätze.
Vor wenigen Wochen haben die Sachsenforstmitarbeiter stabile Wegweiser installiert. Auf farblich gestalteten Metalltafeln sind die Wanderwege ausgewiesen.
Ein weiteres Projekt wird eine sogenannte "Bodenverwundung" sein. Auf einem Versuchsgelände wird der Waldboden etwa zehn Zentimeter aufgekratzt. Die Samen der Pflanzen haben es einfacher in den Boden zu kommen und Wurzeln zu schlagen. Mit dieser Methode könne man zehn Jahre Waldumbau einsparen.
Im Bereich Triebtal / Eisenberg ist Revierleiter Nick Schubert für 180 Hektar Waldfläche verantwortlich. Etwa 50 Prozent seien bereits im Umbau. In einigen Jahren sollen, neben den vorhandenen Nadelbäumen Elsbeere, Eichen, Birken, Haselnuss und Co. wachsen, erklärt der Förster.