Psychiatrie in Plauen bekommt Anbau

Vor zwei Jahrzehnten wurde die neue Klinik für Psychiatrie des Helios Vogtland- Klinikums eröffnet - diese muss dringend vergrößert werden. Wachsende Patientenzahlen lässt die Klinik aus allen Nähten platzen. Doch es ist ein Anbau in Sicht.

Plauen - Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, wie sie korrekt heißt, versorgt nicht nur Patienten aus der Stadt und dem gesamten Vogtlandkreis, sondern steht auch für jene aus angrenzenden Regionen offen.

"Wir weisen keinen Patienten ab, stoßen aber immer mehr an unsere Grenzen", sagte Peggy Uhlmann, Geschäftsführerin des Helios Vogtland-Klinikums und freut sich deshalb auf den Erweiterungsbau, dessen Pläne schon seit fünf Jahren existieren.

"Die Klinik verfügt zwar aktuell über 100 stationäre Betten auf vier Stationen, 25 Plätze in der Tagesklinik sowie eine Institutsambulanz. Doch der 1998 eröffnete Neubau sah ursprünglich nur 80 Betten und 16 Tagesklinikplätze vor. Und so leben wir angesichts wachsender Patientenzahlen mit sehr beengten Verhältnissen - und die sind in einer Psychiatrie nicht gut", sagt die Geschäftsführerin.

Oft müssten Betten hin und her geschoben werden, aus einstigen Ein- wurden Zwei- und aus Zwei- schließlich Drei-Bett-Zimmer. "Der Bedarf an mehr Klinikbetten ist da, die Auslastung schon heute sehr hoch. Bereits am 20. August 2012 haben wir beim sächsischen Gesundheitsministerium einen ersten Antrag zu einem Anbau gestellt", erklärt Peggy Uhlmann.

Die Plauener psychiatrische Klinik hat schon seit 50 Jahren einen guten Ruf, denn seit 1968 wird die Klinik ohne geschlossene Türen geführt und gehört damit zu den Vorreitern einer offenen Psychiatrie in Deutschland.

Geplant ist ein Anbau an der Rückseite des bestehenden Klinikgebäudes. Dort soll eine weitere Station mit 20 Betten und neun Tagesklinikplätzen entstehen. Etwa 5,3 Millionen Euro sollen investiert werden. "Das Ministerium hat uns die Freigabe für die Planungen erteilt, so kann es jetzt richtig losgehen. Jetzt sind wir bei der Bau-Entwurfsplanung und hoffen nach deren Sichtung im Ministerium auf die Mittelfreigabe.

Dann können wir schließlich anfangen, zu bauen", fügt Uwe Quitzow als Standortleiter Helios Dienste hinzu: "Jetzt läuft so zu sagen die heiße Phase, wo alles noch einmal auf den Prüfstand gestellt wird. Im Sommer, so hoffen wir, wird der erste Spatenstich und da mit der Baustart erfolgen."

Geplant sei auf alle Fälle die Fertigstellung des Erweiterungsbaus, der über eine gläserne Brücke mit dem bisherigen Gebäude verbunden sein wird, Ende 2018. "Das ist zwar sportlich gedacht, aber wir bleiben dabei. Der Rohbau wird sicherlich nicht das Problem sein, aber erfahrungsgemäß braucht der Innenausbau seine Zeit", erklärt Quitzow.

Wenn der Anbau fix und fertig steht, gehe es dann in der psychiatrischen Klinik mit einer Grundsanierung des bestehenden Gebäudes weiter. "Bis jetzt ist es ja immer, auch auf Grund der starken Belegung des Hauses, bei regulären Instandhaltungsmaßnahmen geblieben. Wir haben zwar technisch, sicherheitstechnisch und energetisch aufgerüstet, aber dabei nicht grundhaft saniert. Nach zwanzig Jahren wird es dafür schließlich endlich einmal Zeit", sind sich Peggy Uhlmann und Uwe Quitzow einig.