Provokanter Titel im Plauener Capitol

Zu einer Veranstaltung mit bewusst provokantem Titel lädt die Landtagsfraktion der Bündnisgrünen am Montag, 10. Februar, 18.30 Uhr, ins Plauener Kino Capitol ein. Gezeigt wird der Film "Blut muss fließen. Rechtsrock in Sachsen".

Plauen - Der Journalist Thomas Kuban und der Filmemacher Peter Ohlendorf haben mit hohem Risiko in ihrem Film "Blut muss fließen" mit versteckter Kamera gefilmt, was bei Nazikonzerten in Sachsen, Deutschland und im Ausland hinter verschlossenen Türen geschieht. Die Bilder dokumentieren Hass, Gewaltphantasien und Nazipropaganda als zentrale Merkmale der rechten Szene. Welche Bedeutung Musik und Konzerte für die rechtsextreme Szene haben, wie sich die Naziszene vor Ort auswirkt und wie man sich wehren kann, soll im Anschluss an den Film zwischen Publikum und Gästen der Veranstaltung diskutiert werden.

Ihr Kommen zugesagt haben bereits neben dem Filmemacher Peter Ohlendorf der Vertreter der Opferberatung Chemnitz, André Löscher und der demokratiepolitische Sprecher der Bündnisgrünen im Landtag, Miro Jennerjahn. Moderiert wird die Veranstaltung von Katja Meier. Gerade junge Menschen werden mit Musik an die rechtsextreme Szene herangeführt und dort radikalisiert, Nazimusik und Nazikonzerte sorgen für Zusammenhalt unter Rechtsextremen.

Daher wäre es falsch, Nazimusik leichtfertig als Jugendkultur neben anderen abzutun, aus denen die Betroffenen mit zunehmenden Alter "herauswachsen", macht Jennerjahn, der sich seit langem mit rechtsextremen Auswüchsen in Sachsen und Deutschland auseinandersetzt. Darüber hinaus habe sich dieser Bereich auch zu einem blühenden Geschäft entwickelt: Allein in Sachsen wird der Umsatz der Musik- und Merchandisingversandhandel auf rund 3,5 Millionen Euro im Jahr geschätzt. Der Verfassungsschutz schätzt, dass im Jahr 2011 bei 37 Konzerten in Sachsen bis zu 100.000 Euro eingenommen wurden.

Personen, die rechtsextremistischen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, kann der Zutritt zur Veranstaltung verwehrt werden. va