Protest als Fest in Adorf

Wenn am Sonntag die Luft vor Hitze steht, wird es in der Adorfer Elsterstraße noch viel heißer. Der heiße Dampf von der frisch geteerten Straße steigt auf. Ab Montag wird der Verkehr dort wieder rollen. Davor graust es Günther Thomas und andere Anwohner schon jetzt.

Adorf - "Wir haben nichts gegen den Straßenbau und gegen eine frisch asphaltierte Straße", stellt der Anwohner klar. Aber wogegen Familie Thomas und ihre Nachbarn schon seit den 90er Jahren kämpfen, ist der über die Elsterstraße (B 92) donnernde (Schwerlast)Verkehr. Deshalb gibt es diesen Sonntag zum fünften Mal ein Straßenfest - ein Protest-Grillen auf der Elsterstraße. Wegen des frisch aufgezogenen Asphalts wird das Fest allerdings auf den benachbarten Parkplatz verlegt.

Dann wird Günther Thomas mit seinem Traditionshandwagen anrollen, auf dem ein großes "30"-Schild und verschiedene Toilettenutensilien befestigt sind. Die "30" deshalb, weil die Anwohner der Elsterstraße seit Jahren um eine Geschwindigkeitsdrosselung von 50 runter auf 30 Km/h kämpfen. Das Toilettenzubehör kommentiert die Stimmung, in der sich die Anwohner seit Jahren befinden. Thomas: "Es ist alles Sch..." Immer wieder sei der Antrag auf ein 30-er Schild im Stadtrat durchgefallen, moniert auch Elsterstraßen-Anwohner Dietmar Krauß. "Hier, alles schwarz", sagt Kraußens Ehefrau und fährt mit dem Finger über Fenster- und Türensimse ihres Hauses. Wer mit 50 Km/h - und oft auch schneller - über die B 92 donnert, macht eine Menge Krach und Dreck.

Auch Cornelia Thomas, die direkt an der B 92 einen Friseursalon betreibt, haben Brummis schon drei Mal die Werbung umgefahren. Zudem kommt noch, dass der Fußweg sehr schmal ist und Kinder, die auf dem Weg zur Schule sind, akut gefährdet seien. Wenn die Laster vorbei donnern, dann geht ein Sog durchs Haus, dass bei Familie Thomas die Jalousien wackeln, die Gläser in der Anbauwand zittern und man kein Fenster aufmachen kann. "Hier geht es um unsere Gesundheit", sagt Ehepaar Thomas, die schon seit Anfang der 90-er Jahre auf eine Umgehungsstraße hoffen.

Diese Hoffnung haben sie mittlerweile aufgegeben - die auf das "30"-Schild noch nicht. Enttäuscht sind die Anwohner, dass man beim jetztigen Straßenbau, ausgeführt vom VSTR Rodewisch, statt lärmminderndem Flüsterasphalt nur normalen Teer aufträgt. "Es gibt Gesprächsbedarf", sagt Günther Thomas und hat zum Straßenfest auch Landrat, Bürgermeister und Stadträte eingeladen. Los geht es am Sonntag, 17 Uhr.