Prostata nur friedlicher Trinkspruch

Bad Elster - Seit über 40 Jahren ist die Veranstaltungsreihe unter dem Titel Jazz - Lyrik - Prosa ein Bühnenrenner. In wechselnder Besetzung von Sängerinnen und Sängern, mit Schauspielern und Kabarettisten und mit Autoren der Satirezeitschrift Eulenspiegel und vielen Jazzmusikern, läuft die erfolgreiche Reihe bis zum heutigen Tag.

 

Bereits einige der Veranstaltungen von Jazz-Lyrik-Prosa wurden in Bad Elster mit großem Erfolg zur Aufführung gebracht. Mit dem Programm "Eulenspiegeleien" erlebten im König Albert Theater zahlreiche, überwiegend reifere Besucher eine gelungene Mischung vergnüglicher Texte der Eulenspiegel-Autoren Edgar Külow und Ernst Röhl und spritzigen Jazz mit dem Friedhelm Schönfeld Trio.

 

Der Altmeister auf Saxophon und Flöte Friedhelm Schönfeld, der Bassist Gerhard Kubach und der Schlagzeuger Adrian Cicero enttäuschten nicht und boten Jazz vom Feinsten. Neben den ergrauten Künstlern mit den heißen Herzen demonstrierte die Pianistin und Sängerin Axinia Schönfeld, Tochter des Altmeisters, eindrucksvoll ihr Talent auf dem Piano und überzeugte in ihrem Gesang mit markanter einzigartiger Stimme. Mit "Cheek to Cheek" von Irvig Berlin und "Don?t get around much anymore" stimmte sie die Jazzliebhaber im Theater auf den kurzweiligen Abend ein. Gert Leisner übernahm an diesem Abend die Organisation und Führung durch das heitere und abwechslungsreiche Programm.

 

Auswüchsen deutscher Sprachtraditionen im Alltag und tönenden "Sprechbläsern" aus der Politik aufs Maul geschaut hat der Autor der Satirezeitschrift Eulenspiegel Ernst Röhl. Die Pharmalobby mit ihrem Vertreter Dr. Rösler ( "Dr. Frühtot", wie er ihn nannte) der bald Praxisgebühren verlangen würde, wenn im Fernsehen eine Arztserie laufen würde, waren der Einstieg in seine fast subversiven Spitzfindigkeiten zum Thema Gesundheitspolitik. Fast triumphierend verkündete Röhl, dass an ihm nichts zu verdienen sei. Das könne man daran erkennen, das Prostata für ihn nur ein friedlicher Trinkspruch sei, das Thema "Schwerhörigkeit" bei ihm auf taube Ohren träfe und die Kniescheibe auf seinem Kopf auch nicht gefährlich sei, denn Glatze sei sowieso das beste Mittel gegen Haarausfall.

 

Auch Edgar Külow hatte die Lacher stets auf seiner Seite. Seine scheinbar harmlosen Geschichten, vorgetragen in dem ihm eigenen trockenem Ton und ernsthaft blöder Mine ließen kein Auge trocken. Seine Gedanken zur Gentechnik gipfelten in den absurdesten Möglichkeiten sie einzusetzen, denn, so bedeutete er, der Mensch sei eine Fehlkonstruktion. So könnten auch die Gene der Hunde vor allem den Männern helfen. Hunde seien treuer als Männer, auf fünf entlaufene Männer käme nur ein entlaufener Hund!                                       Petra Spieler