Prokopf-Verschuldung der Plauener sinkt

Plauen - "Zu Christi Geburt wurde jeder Bürger noch gezählt, die Zeiten sind vorbei", bemerkte Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer launig, nachdem Steffen Kretzschmar von der Stadtverwaltung die Stadträte am Dienstag über die Ergebnisse des Zensus informierte.

Und diese Art "Volksbefragung" lässt sich mit einem weinenden und einem lachenden Auge kommentieren. Zum einen weicht die durch den Zensus ermittelte Einwohnerzahl Plauens um 512 von der seitens der kommunalen Meldestelle ausgewiesenen ab. Für diese gar nicht mehr in Plauen wohnenden Bürger gab es jahrelang Schlüsselzuweisungen. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Dieser Betrag fällt künftig logischerweise weg. Einer der Gründe für diese "Differenz", so Kretzschmar, ist das Meldeverhalten der Bürger. Nicht alle melden sich bei einem Umzug ab beziehungsweise wieder neu an. Die längste Fristüberschreitung lag übrigens bei deutlich über neun Jahren. Während der Vogtlandkreis weniger Einwohner verlor als Sachsen im Durchschnitt, liegt Plauen mit 0,2 Prozent über dem Sachsen-Durchschnitt.

Grund, so der OB, sei auch die Tatsache, dass mehr ältere Menschen zuziehen und mehr junge Leute Plauen den Rücken kehren. Die Gründe dafür spielten am Dienstag keine Rolle. Vielmehr verwies der OB darauf, dass es Städte gebe, die Einbußen von vier bis sieben Prozent zu verkraften hätten. Zuvor hatte Kämmerin Ute Goebel anhand der reduzierten Einwohnerzahl die Prokopf-Verschuldung der Plauener beziffert. Die liege zu Beginn des nächsten Jahres bei 867,10 Euro und Ende nächsten Jahres bei 859,55 Euro - und damit knapp über dem Richtwert des Gesetzgebers von 850 Euro. Kritiker wie CDU-Pressesprecher Steffen Zenner gehen allerdings von einer Prokopf-Verschuldung jenseits der 1000-Euro-Grenze aus. tp