Professor wird Orchestermitglied in Klingenthal

Klingenthal/Markneukirchen - Volles Haus in der Musikhalle Markneukirchen: Das Interesse war groß für das Jahresabschluss- und Weihnachtskonzert des Stadtorchester Klingenthal 1866 am Samstag. "Es ist nicht einfach, jedes Jahr neue Stücke zu finden, die einerseits zum Charakter des Orchester passen und andererseits eine kleine Garantie versprechen, dass sie beim Publikum ankommen", sagt Dirigent Rico Schneider.

Der Abend bewies, dass es ihm und seinen gut 50 Musikanten gelungen ist. "Mit voller Kraft", und so nicht nur der Titel des Auftaktmarsches, eröffnete das Orchester das dreistündige Konzert. Vom Komponisten der Unterhaltungsmusik, Gerhard Winkler, erklang die "Ouverture Romanesque". Die Musiker bewiesen, dass es sich intensiv mit diesem Werk beschäftigt haben. Vor über zehn Jahren in Klingenthal aufgeführt, doch in der Musikhalle das erste Mal, brillierte Professor Gerhard Eßbach beim "Concertino für Posaune", komponiert von Ernst Sachse. Der gebürtige Klingenthaler, der mit Dirigenten wie Herbert von Karajan oder Kurt Masur auf den Bühnen der Welt stand, war vor Beendigung seines aktiven Berufslebens bis 2007 Soloposaunist der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Jetzt, im Ruhestand, zog es ihn wieder in die Stadt am Aschberg und mischte sich in die Reihen des Orchesters. Wen wundert es, dass Gerhard Eßbach anlässlich des Konzertes die Ehrenmitgliedschaft des Musikvereins verliehen bekam.

Mit "Brasil Tropical", einem Potpourri lateinamerikanischer, zum Teil heißer und feuriger Rhythmen, verabschiedeten sich die Musikanten in die Pause. Zunächst etwas gediegener, aber zur Steigerung bereit, gestaltete sich der zweite Teil des Konzertes. Bei einer Komposition von Stadtmusikdirektor Herbert Fischbach, "Berge der Heimat", einem Ohrwurm im volkstümlichen Stil, brachten die Instrumentalsolisten Daniel Kaiser (Sopransaxofon) und Jörg Künzl (Trompete) das Publikum in Wohlfühlstimmung.

Die Sänger Anne Baumgärtel und Thomas Hellwig-Honegger begeisterten die Menschen mit Melodien von Ernst Mosch und Josef Poncar. "Blue Moon", ein Swing von Richard Rodgers, wurde vorzüglich dargeboten. Auch hier konnte der Moderator des Abends und neues Vereinsmitglied Günter Glaß Prof. Gerhard Eßbach als Solist präsentieren. Das Medley "ABBA on Brodway" löste Begeisterung bei den Zuhörern aus.

 

Wie in jedem Jahr wurde der weihnachtliche Teil vom Läuten der Klingenthaler Rundkirche begleitet. An dieser Stelle sei angemerkt, dass das Geläut dringend erneuert werden muss. Deshalb spendet das Stadtorchester Klingenthal einen Euro jeder verkauften Eintrittskarte für die Rekonstruktion. Horst Brückner las zwischen den Stücken "Weiße Weihnacht" und "Weißer Winterwald" weihnachtliche Gedichte und sang, begleitet am Flügel von seiner Enkeltochter Theresa Schlosser. va