Professionelles Stadtmarketing in Plauen gefordert

Die Stadtverwaltung öffnet ihre Türen, um mit Akteuren der Gesellschaft über die Entwicklung Plauens zu sprechen. Zu einem Auftakt-Forum am Donnerstagabend im Ratssaal kamen zur Überraschung von Bürgermeister Manfred Eberwein mehr Teilnehmer als erwartet.

Plauen - Beim Thema Innenstadt-Entwicklung setzt die Stadtverwaltung auf eine neue Art der Kommunikation. Erstmals sind auf einem Forum die Problempunkte des Stadtzentrums gemeinsam mit Akteuren der City besprochen worden. An der Auftaktveranstaltung nahmen Unternehmer, Händler, Vereine, Initiativen, Verbände und Stadträte teil. Die mehr als 50 Teilnehmer, die zu der nicht öffentlichen Talkrunde kamen, stimmten Bürgermeister Manfred Eberwein in einer ersten Auswertung am Freitagvormittag zufrieden. Die Schwerpunkte konnten in einer großen Breite diskutiert werden, so Eberwein. Der seit Herbst vergangenen Jahres bekannte Masterplan umfasst aktuell 24 Themengebiete. Zehn davon gelangten im ersten Gedankenaustausch auf die Tagesordnung. In den nächsten Wochen soll es weitere derartige Veranstaltungen geben. Die nächste voraussichtlich Ende Februar.

Obwohl beim Startschuss der Debatte im Ratssaal das Thema noch nicht angesprochen wurde, ist eines bereits deutlich geworden: Die Stadtaktiven fordern die Professionalisierung des Stadtmarketings. Die Aktivitäten der Stadt könnten bei einer anderen Struktur besser gebündelt und bearbeitet werden, sind sich die City-Akteure sicher. Die Stadt stehe dem Vorstoß durchaus offen gegenüber. Im nächsten Forum soll die Idee weiter thematisiert werden.

"Ich freue mich, dass die Stadt die Initiative ergreift", sagt Architekt Olaf Schenk, der am Altmarkt wohnt und zu den Teilnehmern des Forums gehörte. Die Erreichbarkeit der Innenstadt zu verbessern findet Schenk besonders wichtig. Darüber ist am Donnerstagabend auch am intensivsten diskutiert worden. Experten sollten die Optimierung der Verkehrswege prüfen, meint Schenk. Als einen guten Vorschlag wertet er auch die Idee "Schwarzfahren". Die Straßenbahn sollte zwischen den Haltestellen des Zentrums eine kostenfreie Mitfahrt ermöglichen.

Etwas mehr Schwung bei der Innenstadt-Debatte wünscht sich Fritz Mandel von der Arbeitsgruppe Innenstadt und Handel. "Wir haben im Juni angefangen und reden teilweise immer noch über die gleichen Punkte." Für die verschiedenen Ansätze sollten Fristen gesetzt werden, in welchem Zeitrahmen sie umgesetzt werden. Mandel sprach an, dass es im Stadtzentrum noch immer zu wenig Parkplätze gebe. Berechnungen würden besagen, dass bei der Größe von Plauen derzeit rund 1000 Stellflächen fehlen.

Erneut sei auch deutlich geworden, dass viele Plauener zu negativ über ihre Stadt sprechen, findet Hotel-Chefin Alexandra Glied. Auch sie pocht auf Veränderungen: "Wir stehen in der Konkurrenz zu anderen Städten in unserem Umfeld." Es müsse nun Stück für Stück etwas erreicht werden.

Dietmar Schlei von der Bürgerplattform gehört ebenfalls zu den Forums-Teilnehmern. Er kritisierte besonders die Ordnung in der Stadt. "Die Sauberkeit ist eine Katastrophe", sagt Schlei. In der Agentur für Arbeit habe er sich bereits erkundigt, welche Möglichkeiten es gibt, beispielsweise einen "Stadthausmeister" zu engagieren.

"Alle Akteure müssen mitziehen, alleine schafft das die Stadt nicht", appelliert Manfred Eberwein. Aus den im Forum erarbeiteten Vorschlägen will die Stadtverwaltung konkrete Maßnahmen formulieren und in den Stadtrat einbringen.