Probe für großes Spektakel

Die im Jahr 2012 geborene Idee des Gasthofs zum Walfisch für das Hammerspektakel in Zwota war offensichtlich ein Volltreffer. Damals wollten am 1. Mai rund 2000 Leute beim vielleicht größten Ereignis des Jahres im oberen Vogtland dabei sein und erfahren, wie das älteste Gasthaus der Umgebung seine Walfischrippen zur Zierde zurückbekommt. Jetzt wird wieder geprobt

Von Helmut Schlangstedt

Ganz so viel Andrang herrscht heute am Walfischteich zwar nicht mehr, aber immer noch ist es die beliebteste Veranstaltung Klingenthals. Und die füllt das riesige Festzelt zu gleich zwei Terminen, um der Publikumsnachfrage gerecht zu werden.
Neben dem Auftritt des Stadtorchesters ist zentraler Bestandteil eines jeden Spektakels ein Theaterstück mit historischem Hintergrund, das vom Theaterdorf Zwota aufgeführt und von verschiedenen Autoren zu Papier gebracht wird. In diesem Jahr waren es zum wiederholten Mal Andrea und Thorald Meisel, die aus Anlass des 100-jährigen Gründungsjubiläums der Volksspielkunstgemeinschaft Zwota und des 90-jährigen Jubiläums der Waldbühne auf dem Herrenberg die Entstehungsgeschichte Zwotas aufgriffen.
Eine weitere Besonderheit der Theaterstücke ist der Umstand, dass sie sämtlich zumindest zum Teil im Wirtshaus spielen. Wo sonst, schließlich war es selbst in der DDR im kleinsten Wirtshaus schöner als in der größten Fabrik. Und so beginnt das Stück mit dem Titel "Wie de Zwote entstanden is" zur Einführung mit einem Prolog im Wirtshaus in der heutigen Zeit mit Biertrinkern, die über den Ursprung Zwotas rätseln. Im ersten Akt, der dann im 17. Jahrhundert spielt, sitzt man dann selbstredend ebenfalls wieder in der Schänke, wo man über den bevorstehenden Besuch des Herzogs von Sachsen beim Hammerherrn Boxberger spricht, der hier mit ihm in den Wäldern auf Bärenjagd gehen will. Im zweiten Akt trifft dann die Jagdgesellschaft ein, um erstmal kräftig einen zu heben und dabei auch über die Bärenjagd spricht. Unruhe kommt bei der Kunde auf, dass sich größere Menschengruppen auf die Grenze zu bewegen. Schließlich ist es die Zeit des 30jährigen Krieges. Doch im dritten Akt klärt sich alles auf. Es sind Exulanten, Glaubensflüchtlinge, auf der Suche nach einer neuen Heimat, denen der Herzog gnädig die Errichtung eines Dorfes in den Schönecker Wäldern genehmigt.
Insgesamt 16 Mitwirkende sind im Stück dabei, darunter als Gast Nachtwächter Ralf Edler aus Schöneck, natürlich als Nachtwächter. Und da es im Spiel wie immer auch musikalisch zugeht, darf man sich schon jetzt auf ein interessantes Spektakel am 1. Mai freuen. Die Wiederholung findet am 16. Mai statt. Und eine Fortsetzung der Geschichte wird es übrigens am 27. Dezember zum Mundart- und Filmeabend geben.