Prinzessin gesucht

Spitzenprinzessin gesucht - heißt es noch bis zum 31. März. Junge Damen ab 18 Jahren sind aufgefordert, sich für das Amt auf drei Jahre zu bewerben. Fünf Kandidatinnen haben sich schon ein Herz gefasst.

Plauen Fünf Bewerberinnen zwischen 18 und 31 Jahren haben ihre ansprechenden Profile schon abgegeben, erklären Thomas Münzer vom Verein Spitzenfest und Andreas Reinhard vom Branchenverband Plauener Spitze und Stickereien. Zusammen mit dem Dachverband Stadtmarketing wurde nun der Auftakt zur Bewerbung um den majestätischen Titel gesetzt.


Gewünscht seien weibliche Bewerber - ganz wie es die Tradition für das Amt wolle, sagt Münzer, lächelnd ob des Vorfalles von vor vier Jahren, als die Satirepartei "Die Partei" prompt einen Mann in die Kandidatinnenrunde entsandte. Die bisherigen Bewerberinnen kommen nicht nur aus Plauen, auch aus dem ganzen Vogtland. Gerne können zu der Fünfer-Runde noch einige Kandidatinnen dazustoßen, wünschen sich die Organisatoren. In den Wochen bis zur Wahl werden sich die Kandidatinnen in verschiedenen Runden - unter anderem auch der Öffentlichkeit - präsentieren. Auch unter Corona-Zeiten wird es ein Kennenlerntreffen geben, zu dem die jungen Frauen einiges über das Produkt Plauener Spitze erfahren und ihr Wissen dazu in verschiedenen Aufgabenpaketen einbringen können.


Wegen Corona werde es wohl aber ein Casting im Kleinen geben. Inwieweit Publikum in die Wahl einbezogen werden kann, ist noch unsicher.
Das Spitzenfest 2021 wird wohl in einiger Hinsicht anders sein als die Vorgängerfestivitäten. Die Location wird erstmals auch nicht auf dem Altmarkt sein, über den Ausweichort werde noch verhandelt, so Münzer. Zeitlich soll Plauens größtes Fest um eine Woche vorverschoben werden: Ursprünglich vom 18. bis 20. Juni nun auf das Wochenende vom 11. bis 13. Juni. "Wir arbeiten mit Hochdruck. Wir sind schwer dabei, Variante B zu planen und hoffen, dass die Coronazahlen zurückgehen."
Nach vier Jahren Amtszeit gibt Spitzenprinzessin Barbara Riss nun ihre Krone ab. Wegen des turbulenten Corona-Jahres 2020 hat die jetzt 30-Jährige noch ein Jahr drangehangen. Die Pandemie habe ihr im vergangenen Jahre verschiedene Präsentationstermine gestrichen, was sich Anfang dieses Jahres fortsetzte. So fiel 2021 zum Beispiel die "Grüne Woche" ins Wasser - ein in anderen Jahren gesetzter Termin für die Prinzessin. Durch die Präsentationen in der Öffentlichkeit habe sie an Mut gewonnen. Und: "Ich habe gelernt, dass nichts so kommt, wie es geplant ist, und dass man deshalb an vieles spontan herangehen sollte", so Riss, die beruflich im kreislichen Gesundheitsamt arbeitet. Zu den Höhepunkten ihres Prinzessinnen-Daseins zählt Barbara Riss den Auftritt bei "Immer wieder sonntags" und den Empfang von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Seit das Bad in der Menge nicht mehr möglich war, hat sich die Aktivität der Spitzenprinzessin auf die Präsentation in Imagefilmen verlegt. Verschiedene Drehtermine standen an.


Ein bisschen traurig sei sie schon, dass das Amt sich nun dem Ende neigt. Aber ihrer Nachfolgerin wünscht sie ganz viel Glück, sagt Barbara Riss. Die Amtszeit der 10. Spitzenprinzessin fängt übrigens spotlich im Mercedes-Cabrio C-Klasse an. Denn der Siegerin des Contests spendiert Torsten Bergner, Betriebsleiter von Mercedes-Müller in Plauen, ein Wochenende in solch einem edlen Flitzer. Man sei froh, mit Müller einen Sponsor des für Plauen so wichtigen Festes gewonnen zu haben, so auch Andreas Reinhard.

Bisherige Spitzenprinzessinnen

1./2. Katja Balzer (1996 und Wiederwahl 1997)
3./4. Nadien Riedel (1999 und Wiederwahl 2001)
5. Yamina Hadji (2004)
6. Sophie Gürtler (2007)
7. Maria Nenner (2010)
8. Rika Maetzig (2013)
9. Barbara Riss (2017)