Prinz Tobias Künzel lässt in Plauen Marx auferstehen

Marx kommt nach Plauen. Der Sänger der Prinzen lässt Karl Marx, in einem Musical musikalisch wieder auferstehen. Uraufführung ist am 2. November im Vogtlandtheater.

Chemnitz/Plauen - "Er wird langsam wieder sexy", sagte Tobias Künzel bei der Vorstellung seines Projektes am gestrigen 130. Todestag des Philosophen und Weltverbesserers, in einem roten Bus vor dem Marx-Monument in Chemnitz. "Er hatte oft recht." Es müsse dennoch niemand eine Vorlesung in Marxismus-Leninismus befürchten. Das Stück "Comeback! Das Karl-Marx-Musical" sei "eine schrille Komödie mit Kultstatus und Rockmusik. Eine Verwechslungsgeschichte."

Ein Banker, der pleitegegangen ist, beschwört den Geist von Karl Marx (1818-1883). Ein mittelloser Musiker wird für den wieder auferstandenen Philosophen gehalten. Es werde schräg die aktuelle Finanzkrise thematisiert, hieß es.

Das Musical wird am 2. November in Plauen uraufgeführt. Darauf machen nicht nur Werbeplakate auf einem nostalgischen Stadtrundfahrt-Bus in Leipzig aufmerksam, auch die Protagonisten des außergewöhnlichen Projektes posierten am Donnerstag dazu am Nischel in Chemnitz. Künzel gewann Radio-Moderator Steffen Lukas und Autor Maximilian Reeg für seine Idee, die ihn beim Besuch eines Londoner Pubs kam.

Künzel lebt seit einigen Jahren teilweise in der britischen Hauptstadt und lud seine beiden Mitstreiter kurzerhand ein, um sie für das Projekt zu begeistern. Das Ergebnis - eine schrille Komödie mit coolen Songs und Rockmusik, aber ohne erhobenem Zeigefinger. Der Generalintendant des Theaters Plauen-Zwickau, Roland May, der sich am Donnerstag als ausgewiesener Prinzen-Fan outete, freut sich über den gelungenen Coup.

Selbst auftreten will Künzel in dem Stück aber nicht. "Diesmal lasse ich singen." Er hoffe, dass das Musical von Plauen aus seinen Siegeszug durch Deutschland nehmen und vielleicht sogar in London aufgeführt werde. va