Premiere für Musical "Das Gespenst von Canterville"

 

"Das Gespenst von Canterville", ein Kindermusical frei nach einer Novelle von Oscar Wilde, wird am kommenden Samstag, 14.30 Uhr und 18 Uhr, im Neuberinhaus von über hundert Kindern und Jugendlichen aus Reichenbach und Umgebung aufgeführt.

 

Dabei handelt es sich um eine Gemeinschaftsproduktion von Musikschule, Trinitatisgemeinde und Vogtland Kultur GmbH, bei der auch eine Klasse aus der Montessori-Grundschule in Limbach zum Einsatz kommt. Geschrieben und komponiert wurde das Stück von Johannes Matthias Michel, einem Kantor und Musikpädagogen aus Mannheim. Mit diesem Großprojekt setzt die Reichenbacher Musikschule eine in der Stadt bestehende Kinder-Theater-Tradition fort, die weit in das vergangene Jahrhundert zurückreicht. Da wären die legendären Weihnachtsmärchen von Gertrud Büttner genauso zu nennen wie die Böhme-Kinderopern sowie die Neuberin-Festspiele, die regelmäßig hier stattfinden. Und auch die Musikschule reiht sich da schon seit den neunziger Jahren mit ein.

Damals sorgten die Inszenierungen der Kinderopern "Die Schildbürger", "Des Kaisers neue Kleider" und "Die drei goldenen Haare" für Aufsehen. In den Folgejahren erfreuten die jungen Künstler ihr Publikum mit kleineren szenischen Kantaten wie "Die Weihnachtsgeschichte", "Der Rattenfänger von Hameln" oder "Ein Käse für den König". Und auch die Musicals "Die Freude" und "Victoria 2000", die gemeinsam mit dem hiesigen Goethe-Gymnasium auf die Bühne gebracht wurden, gehören in diese Aufzählung.

Dabei bedeutet es sehr viel Arbeit und Geduld, ein solches Projekt umzusetzen. Trotzdem stellen sich die Lehrkräfte der Musikschule, diesmal zusammen mit Kantor Andreas Kamprad, und viele Helfer immer wieder dieser lohnenden Aufgabe. Und Andreas Häfer, der Leiter der Musikschule, erklärt auch warum: "Musik und Theater fördern gleichermaßen Kreativität und Ausdrucksvermögen, Selbstbewusstsein und soziale Kompetenz. Kinder und Jugendliche lernen beim Theaterspiel auf besondere Weise, welche Bedeutung Vertrauen, Verlässlichkeit, Geduld und Teamfähigkeit besitzen." Und deshalb, so verspricht der Schulleiter, werde die Musikschule Vogtland auch in Zukunft im Rahmen ihrer Möglichkeiten über das "normale" Angebot hinaus interessierte junge Menschen in ihren Bemühungen, Theater zu spielen, unterstützen.

Geprobt wird für das neue Stück "Das Gespenst von Canterville" seit fast einem Jahr. Als Herausforderung bezeichnet Häfer in diesem Zusammenhang die Einbeziehung sowohl ganz junger als auch jugendlicher Künstler. Nachdem zuerst die einzelnen Szenen getrennt einstudiert worden waren, sind die Darsteller seit Anfang des Jahres dabei, alles aneinander zu reihen. In der vergangenen Woche traf man sich sogar zu einem dreitägigen Probenlager im Schullandheim Limbach. Im Laufe dieser Monate habe sich das darstellerische Gefühl deutlich verbessert, freut sich Andreas Häfer. Die Texte sitzen, die Scheu, aus sich heraus zu gehen, ist überwunden und jeder Darsteller kennt seinen Platz. Ohne Hilfe, das sagt Häfer ganz deutlich, wäre ein solches Projekt nicht in die Tat umsetzbar.

Diesmal waren es neben seinen Lehrkräften vor allem Gesangslehrerin Heike Simanowski, die mit ihrer eigenen Bühnenerfahrung ganz großen Anteil am Gelingen hat. Aber auch Kantor Andreas Kamprad und Kerstin Burghardt von der Trinitasgemeinde haben viel Detailarbeit geleistet. Bei der Beschaffung der Kostüme und Requisiten hat Evelyn Singer bewunderswertes Engagement an den Tag gelegt und im Umgang mit der Technik stand das Bühnenpersonal des Neuberinhauses mit Rat und Tat zur Seite. Daneben haben auch zahlreiche Privatpersonen das Projekt finanziell oder ideell unterstützt.

Von Ina Ullmann