Premiere "Der Freischütz" im Plauener Parktheater

"Der Freischütz" feiert am 12. Juli im Parktheater Plauen Premiere. Schon am Sonntag konnte man sich von den Plauener Theaterleuten ins Werk einführen lassen.

Plauen - Carl Maria von Weber reiste am 12. April 1826 todkrank nach London, um seine Oper "Oberon" im Covent Garden Theatre zur Uraufführung zu bringen. Begleitet hat ihn die Sorge um seine Familie, die Angst seiner fehlenden Gesundheit wegen nicht zurückkehren zu können: "...wenn ich reise, haben meine Kinder zu essen, während sie hungern, wenn ich bleibe. Nur wiederkommen möchte ich, meine Frau und meine Kinder noch mal sehen. Dort sterben, das wäre hart!" Seine Hoffnung erfüllte sich nicht. Er schloss am 5. Juni 1826 in London seine Augen für immer. Auf Betreiben Richard Wagners und einiger Freunde, die durch Zufall auf sein Grab stießen, wurde Carl Maria von Weber im Jahre 1844 nach Dresden umgebettet.

Weber, der am 18. November 1786 in Eutin geboren wurde, begleitet als junger Mann seinen Vater in einer Wandertruppe, studiert später in Salzburg und Wien, wird Theaterkapellmeister in Breslau, Musikintendant in Karlsruhe, Operndirektor in Prag und Kapellmeister am Dresdener Hoftheater. Er war ein echter Meister auf allen Gebieten der Musik und ein genialer Theatermensch gleichermaßen. Mit seiner Oper "Der Freischütz", die er am 18. Juni 1821 im Königlichen Schauspielhaus zu Berlin uraufführt, wird er zum Komponisten der Deutschen Nationaloper. Mit unglaublichem Enthusiasmus wird das Werk aufgenommen, vor allem die Jugend feiert ihn mit Begeisterung, während man bei Hofe mit Zurückhaltung und Ignoranz reagiert.

Der Freischütz bremste die dominierende Rolle der Italienischen Oper auf deutschen Bühnen aus. Die Entstehung des Werkes fällt in die Zeit nach der Völkerschlacht bei Leipzig im Jahre 1813, die für´s Volk nicht die ersehnte Freiheit bringt. Die Handlung spielt in der entbehrungsreichen Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg. Somit ist es in zweierlei Hinsicht ein Nachkriegsstück. Weber , der gleichfalls auf Freiheit hofft , komponiert mitreißende, nationale Lieder, deren Parallelen beispielsweise der berühmte Jägerchor, das Spottlied des Kilian, der Lachchor der Bauern oder Kaspars Trinklied aus dem "Freischütz" sind.

Am 12 . Juli wird im Parktheater als Abschluss der Spielsaison des Theaters Plauen-Zwickau die Premiere vom Freischütz erklingen - unter regensicherem Dach und mit umfangreichem Vorprogramm. Die Matinee zur Premiere am vergangenen Sonntag war nie so gut besucht, wie an diesem Morgen, die Arena war beinahe voll besetzt. Tobias Engeli und die Musikdramaturgin Berger gestalteten das Programm in Dialogform mit musikalischen und szenischen Beispielen mit Juliane Schenk (Agathe), Chrissa Maliamini (Ännchen) und Fritz Feilhaber ( Max ), aus dem der Zuschauer vieles über Weber , dessen Musik und sein Werk erfuhr. Ingrid Gregori