Preis für Plauener Karl-Marx-Schule

Plauen - 140 Schulen beteiligten sich am 7. Sächsischen Schulgartenwettbewerb unter dem Motto "Unsere Schule - ein Platz für Leben". Zu den Siegern gehört die Plauener Karl-Marx-Schule, die mit einer Prämie geehrt wurde.

 

Die besten Projekte sind nach einem dreistufigen Verfahren ausgewählt worden, informiert Kultusminister Roland Wöller, unter dessen Schirmherrschaft das Projekt lief. Mit der Siegerehrung erfolgte zugleich der Startschuss für die achte Auflage des Wettbewerbes, der bis 2013 läuft und unter dem Motto "Natürlich - vielfältig - lebendig" steht.

Doch womit konnten die Karl Marx-Grundschüler die Jury nun eigentlich überzeugen? Darüber geben sie auf einer Internetseite Auskunft, die nicht weniger liebevoll und kreativ gepflegt ist, wie ihr Siegerobjekt. Sieht man von den vielen alten Bäumen und Sträuchern ab, die schon seit langem auf dem Schulhof zu finden sind, begann dessen "Neuzeit" in den Jahren 2005 bis 2007, als die Schule komplett saniert und auch der Schulhof umfassend neu gestaltet wurde. Damit einher ging die Einrichtung von Ganztagsangeboten und von vornherein war klar, dass in diese auch der Schulhof einbezogen werden sollte.

Zunächst wurde der in verschiedene Bereiche unterteilt, für die insgesamt über 350 Kinder entstand ein größeres Schulgartengelände mit Anbauflächen, einem Steingarten, Gewächshaus, Staudenbeeten und Obstbäumen. Mithin der ideale Ort zum Gärtnern und Experimentieren nicht nur für die einzelnen Klassen, sondern auch die AG Schulgarten und die Hortkinder.

 

Regenwasser zum Gießen

 

Im Frühjahr, wenn die "kraftraubenden" Arbeiten wie Umgraben oder das Einbringen neuer Erde anstehen, sind auch fleißige Mütter und Väter gefragt, die sich übrigens nicht lange bitten lassen. In diesem Jahr fanden sich im Mai über 150 Tatendurstige zu einem Arbeitseinsatz ein, um im Schulgartenwettbewerb noch mal ordentlich zu punkten. Sie alle, Eltern, Lehrer, Erzieher und natürlich die Kinder, haben sich den Sieg also gemeinsam erkämpft. Gemäß des weit gesteckten Wettbewerbsmottos kümmern sich die Steppkes aber nicht nur ums Pflanzen und Ernten, sondern sammeln auch Regenwasser in einer großen Zisterne und vielen Regentonnen - das kostenlose Nass wird später zum Gießen verwendet.

 

Zudem dient ein Komposthaufen der natürlichen Gewinnung nährstoffreicher Erde. Doch nicht nur "hart gearbeitet" wird im Schulgarten. Bei der Neugestaltung des Schulhofes hatten die Kinder auch ein Wort mitzureden, um ihn zur Natur-Spiel-Oase umzugestalten. Asphalt musste Schotterrasen weichen, ein Baumhaus entstand, ein Reifentunnel und eine Balancierstrecke. Besonderer Hingucker ist ein Weidentunnel, in den es sich zum Quatschen und Geheimnisse anvertrauen bestens zurückziehen lässt.

Selbst die "Ureinwohner" des Schulgeländes, die eingangs erwähnten alten und seltenen Bäume, gerieten im Wortsinne wieder ins Blickfeld. 30 Tafeln entlang eines Naturlehrpfades erklären die Bäume und Sträucher genauer. Derzeit noch Zukunftsmusik: Der Naturlehrpfad soll mit einem Trimm-dich-Pfad verbunden werden.

 

Kröte als Maskottchen

 

Für Leben im Schulgarten sorgen aber nicht nur die vielen Schüler mit ihren grünen Daumen, sondern auch ungleich kleinere Lebewesen. Eine vierte Klasse hinterließ als Abschiedsgeschenk ein Insektenhotel, das im Frühjahr einen neuen Standort erhielt. Duftende Pflanzen sollen nun Insekten anlocken. Neu bepflanzt wurde ein vorhandenes Terrarium, das gleichzeitig dem Schulmaskottchen - einer Kröte - als Behausung dient. Dass es auch im neu angelegten Totholzhaufen bald wiebeln und wabeln wird, hoffen die kleinen Baumeister natürlich auch. Unter den Vögeln dürfte es sich ebenfalls längst herumgesprochen haben, dass man in den Futterhäuschen auf dem Schulgelände im Winter ordentlich was zwischen die Schnäbel bekommt.

Doch damit nicht genug, denn natürlich gibt es in einem Schulgarten jede Menge Dinge, die man noch viel genauer beobachten oder unter die Lupe nehmen möchte. Deshalb kann ein neues Experimentierhäuschen mit vielen nützlichen Dingen zum Forschen - wie Mikroskopen, Becherlupen und Messbechern - ganztägig genutzt werden. Im grünen Klassenzimmer lässt es sich bei entsprechenden Temperaturen auch "open air" lernen. Eine nicht minder beliebte Schönwetter-Variante ist der Pfad der Sinne.

 

2500 Euro zum Investieren

 

Und wenn die jungen Gärtner und Forscher heute die Siegprämie in Höhe von 2500 Euro überreicht bekommen, dann haben sie sich bestimmt schon lange überlegt, wie ein Teil des Geldes in den Schulgarten investiert werden kann. Damit der Platz für Leben, wie es im Wettbewerbsmotto hieß, noch gemütlicher, größer und interessanter wird. tp